Mineralität

 Weinbeschreibung für einen mineralisch-metallischen Eindruck Kaum eine Vokabel, die im Zuge von Weinbeschreibungen verwendet wird, ist in der Welt der Weinjournalisten so umstritten wie Mineralität. Dabei ist der so beschriebene Geschmack selbst gar nicht Gegenstand der Diskussion, sondern die Erklärung für sein Zustandekommen. Es ist der Untergrund, auf dem die Reben stehen: Ihm wird nachgesagt, er hätte einen wesentlichen Einfluss auf diesen als mineralisch beschriebenen Eindruck (auch z. B. Feuerstein u. a.) und besonders Riesling-Weinen von der Mosel wird bescheinigt, dass der dort vorherrschende Tonschiefer die Mineralität bewirken würde. Wissenschaftlich nachgewiesen ist das nicht, außerdem ist bei der geringen Menge an Mineralstoffen im Wein - abgesehen von Kalium - praktisch keine Wirkung auf einen solchen Geschmack zu erwarten. Dies wird durch Untersuchungen an Mineralwässern bestätigt, wo allenfalls salzige Komponenten gefunden wurden. Andere Untersuchungen wiederum haben ergeben, dass die Mineralität auf phenolische Verbindungen zurückgeht und während der Gärung (besonders bei Spontangärungen) entsteht. Gleichzeitig wurde herausgefunden, dass Mineralität in der Regel mit einem gewissen Mangel an Fruchtaromen einhergeht, das Fehlen ausgeprägter Fruchtnoten den Eindruck also begünstigt.Es besteht aber gar kein Grund, die Vokabel umzubenennen, denn der Vergleich ist ja nicht falsch. Nur sollte man bei Rieslingweinen von der Mosel (und anderswo) nicht blind von Mineralität ausgehen, nur weil die Reben auf Schiefer stehen. Ähnlich verhält es sich auch mit anderen Gesteinen, die den Untergrund in bestimmten Weinregionen darstellen und damit gern als geschmacksbildend zusammen mit anderen Einflüssen in den Begriff Terroir eingehen.  PB20140602

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