Marsala

 Sizilianischer Likörwein mit bis zu 18 % Vol. Alkohol Der nach der Hafenstadt Marsala in der Provinz Trapani im Westen Siziliens benannte Likörwein gehört seit bald 250 Jahren zu den bekanntesten Weinen dieser Art. Wie schon bei Sherry und Portwein waren es Engländer, die den Marsala ins Königreich brachten, wahrscheinlich weil von den zwei vorgenannten Sherry und Port nicht genug zur Verfügung stand. Früher durfte Marsala sogar von Amts wegen mit allerlei Aromastoffen und sogar mit rohem Ei (all' Uovo) versehen werden, seit 1984 ist das allerdings stark eingeschränkt worden, sodass der Markt für Marsala etwas übersichtlicher und auch vertrauenswürdiger wurde. Heute unterscheidet man die drei Typen Oro, Ambra und Rubino nach ihrer Farbe, für deren Herstellung die weißen Sorten Inzolia, Damaschino, Catarratto und Grillo und die roten Sorten Nero d’Avola, Nerello Cappuccio, Nerello Mascalese und Perricone verwendet werden. Geschmacklich nach dem Süßegrad werden unterschieden Secco bis 40 g/l Zucker, Semisecco mit 40 bis 100 g/l und Dolce mit über 100 g/l. Das früher übliche Verfahren der Beimischung von gekochtem Most (Cotto) oder gespritetem Most (Sifone) ist nach den DOC-Statuten heute nur noch bei den Qualitätsstufen Fine und Superiore erlaubt. Neben diesen Qualitätsstufen gibt es noch die edelste Stufe Vergine bzw. Soleras. Diese Weine dürfen weder gesüßt noch gespritet werden und müssen trocken ausgebaut sein. Vergine und Soleras müssen fünf Jahre im Fass sein, die Angaben Stravecchio bzw. Riserva gelten bei zehnjährigem Fassausbau. PB20130824

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