Marienkäferton

 Von einer asiatischen Marienkäferart hervorgerufener Fehlton im Wein Seit über zehn Jahren schon kommt es immer wieder zu Fehltönen im Wein (unangenehm bitter-scharf), die durch die eigentlich nützliche Marienkäferart Harmonia axyridis (gegen Blattläuse etc.) und - wie sich jüngst herausgestellt hat - auch von Coccinella septempunctata hervorgerufen wird. Wie Untersuchungen zunächst in Amerika und später in Deutschland ergeben haben, sind für den so genannten Marienkäferton im Wein die Stoffe 2-Isopropyl-3-Methoxypyrazin (IPMP) und 2-Isobutyl-3-Methoxypyrazin (IBMP) verantwortlich, die sowohl im Most als auch in der Körperflüssigkeit der Tiere gefunden wurden.  Je nach Art der Weinbereitung ist der Geruch ab einer Anzahl von ca. 3 Insekten pro Kg Trauben (ohne Maischeerhitzung) und ab 6 Insekten (mit Maischeerhitzung) spürbar; offensichtlich hat die Erhitzung der Maische einen Einfluss auf die Geruchsschwelle. Generell wirken sich darauf auch alle Parameter aus, die zu einer geringeren Zerquetschungsquote der Käfer beitragen, wie z. B. ein niedriger Pressdruck. Durch die immer stärkere Verbreitung der Insekten auch in Deutschland rechnet man für die Zukunft mit einer Häufung dieses Fehltons im Wein. Die genannten Verbindungen kommen jedoch auch natürlich in den Beerenhäuten mancher Rebsorten wie Cabernet Sauvignon oder Sauvignon Blanc vor, wo sie aus Aminosäuren gebildet werden, mit zunehmender Beerenreife jedoch wieder abnehmen, so dass die Konzentration bei geeigneter Reife das bekannte und angenehme Aroma nach grünem Pfeffer und grüner Paprika hervorbringt (Cabernet-Nase).  PB20130824 

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