Madeleine Royale

 Französische weiße Rebsorte  Madeleine Royale wurde in der Mitte des 19. Jahrhunderts in Frankreich im Zug von Experimenten mit Tafeltrauben gezüchtet. Die sehr früh reifende Madeleine Royale spielt - hauptsächlich wegen ihrer hohen Mehltauanfälligkeit (sehr eng gepackte Beeren in der Traube) - als Keltersorte keine besondere Rolle. Für uns ist die Sorte deswegen so interessant, weil sich 1998 bei DNA-Untersuchungen an Müller-Thurgau herausgestellt hat, dass dieser eben nicht eine Kreuzung aus Riesling und Silvaner darstellt, sondern aus Riesling x Madeleine Royale. Professor Müller aus dem schweizerischen Thurgau hatte also bei seinen Zuchtversuchen in den 90er-Jahren des 19. Jahrhunderts schlicht die Vatersorte verwechselt.  Die Geschichte war jedoch mit der ersten DNA-Untersuchung noch nicht zu Ende. Als man sich mit Madeleine Royale näher zu befassen begann, glaubte man zunächst an eine reine Burgunderherkunft, schwenkte dann aber zu einer möglichen Abstammung von Gutedel, bis eine erneute DNA-Untersuchung im Jahr 2009 herausbrachte, dass die Eltern Familienmitglieder der Pinot und Trollinger sein mussten.  Dass der Franzose Moreau-Robert damals statt mit Gutedel mit Trollinger hantiert hat, verwundert heute angesichts seiner Intension, eine besonders gute Tafeltraube zu züchten, nicht. Schließlich ist Trollinger wie auch Gutedel eine weit verbreitete Tafelsorte und findet sich zudem in so anerkannt guten Tafeltrauben wie Muscat d'Hamburg wieder. PB20130805

Zurück