Lyra-Erziehung

 Reberziehung mit V-förmigem Unterstützungssystem Das in Frankreich entwickelte Lyra-System greift den Gedanken von Lenz Moser auf, der durch die Verteilung der Triebe (er hatte eine Drittelung im Sinn) den Lichteinfall verbessern soll. Bei der Lyra-Erziehung enden die Stämme in etwa 80 cm Höhe; von dort werden jeweils im rechten Winkel zur Zeile zwei etwa 30 cm lange Kordonarme mit Zapfenschnitt gezogen. Die aus den Zapfen entstehenden Fruchttriebe werden entlang einer V-ähnlichen Drahtrahmenerziehung zu beiden Seiten der Zeile in einem Winkel von etwa 30 Grad zur Senkrechten gezogen. Dem Vorteil der besseren Belichtung der Traubenzone steht jedoch der Nachteil einer wesentlich erschwerten Bearbeitung und Pflege gegenüber, der Einsatz von Maschinen ist erschwert bis unmöglich und eine Gassenbreite von gut drei Metern zehrt viel Fläche auf. Gleichzeitig ist das Unterstützungssystem deutlich aufwändiger als bei der herkömmlichen vertikalen Spaliererziehung. Versuche in Australien, den Neigungswinkel gegenüber der Lyra-Erziehung auf rund 60 Grad zu verdoppeln (die so genannte Tatura-Erziehung), um noch mehr Sonnenlicht zu erheischen, sind wegen absoluter Unpraktikabilität völlig ins Leere gelaufen.Warum heißt das System Lyra-Erziehung? Ein in dieser Erziehungsart stehender Rebstock gleicht (in Zeilenrichtung betrachtet) ab dem Frühsommer, wenn die Fruchttriebe alle ausgeprägt sind, der Form einer Lyra (Leier), einem antiken Zupf- bzw. Saiteninstrument, das wir an dieser Stelle aber nicht näher beschreiben wollen ... PB20130802

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