lind

 Bezeichnung für Weine, die zäh bis schleimig sindDie negative Aussage, ein Wein sei lind, kennzeichnet einen Weinfehler (das Zähwerden), der auf die Bildung von Kolloiden aus vorhandenem Zucker (vorwiegend Glucose) durch bestimmte Milchsäurebakterien (hauptsächlich Pediococcus damnosus) zurückzuführen ist. Die Viskosität des Weines wird durch die langkettigen Polysaccharide und einen gewissen Proteingehalt stark erhöht, allerdings ohne dass sich die Sensorik drastisch verändern würde. Was allerdings bei solchermaßen dickflüssigen Weinen auffällt, ist ein erhöhter Anteil an flüchtiger Säure.Nicht jeder Wein ist gleich anfällig für das Lind- oder Zähwerden. Besonders säure- und alkoholarme Jungweine, die vor der Gärung nicht ausreichend geschwefelt bzw. entschleimt wurden, neigen zu diesem Fehler. Die noch nicht von der Hefe gezogenen Jungweine werden dabei vom Gebindeboden aus infiziert, wo die bereits aus dem Weinberg eingeschleppten Bakterien mit den abgestorbenen Hefezellen einen guten Nährboden finden. Bereits stärker befallene Weine sind durch eine mechanische Zerstörung des Schleims mit anschließender Schwefelung und feinporiger Filtration zumindest im Ansatz zu retten. PB20130724

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