koscher

 Bezeichnung aus der Kaschrut für ein zum Verzehr erlaubtes Lebensmittel Mit dem Begriff „koscher“ ist immer verbunden, das das Lebensmittel nach den in der Kaschrut festgehaltenen religionsgesetzlichen Vorschriften hergestellt wurde. Das Gegenstück dazu wird als „trefe“ bzw. „treife“ bezeichnet oder schlicht als „nichtkoscher“. Zwar ist Wein kein tierisches Produkt, aber es gibt doch Vorschriften in der Kaschrut, die sich auf den Wein und seine Herstellung beziehen, dazu gehört beispielsweise, dass der Wein ausschließlich von jüdischen Männern (Winzern) bereitet wurde, die dabei den Sabbat eingehalten haben. Diese Vorschrift ist u. a. zurückzuführen auf die mögliche Nutzung (Berührung) von Wein für nichtjüdische religiöse Riten durch Nicht-Juden, was einen Verzehr für streng gläubige Juden ausschließen würde. Die besonderen Vorschriften für die koschere Weinproduktion reichen aber auch in den Anbau und die Kellertechnik hinein. Die Frucht eines neuen Weinstockes darf z. B. erst vier Jahre nach der Einpflanzung verwendet werden. Und das ist durchaus sinnvoll, denn eine zu frühe Nutzung im Ertragsweinbau schwächt den Rebstock unnötig. Weitere wichtige Regeln sind (neben den Winzern, die den Sabbat einhalten müssen): Jedes Gerät muss „rein“, also zumindest sauber und steril sein (auch sehr sinnvoll!), Weinbehandlungsmittel müssen als koscher akzeptiert und jedenfalls nicht tierischen Ursprungs sein (wie z. B. Gelatine), zwischen den Rebstöcken darf kein Obst wachsen (also keine Cultura Promiscua). Als Nachweis für die Einhaltung der Regeln gibt es eine Vielzahl unterschiedlicher Siegel, genannt Hechscher (Plural: Hechscharim), die – zusammen mit einem „Zeugnis“ – nur von Rabbis vergeben werden dürfen. Vor Ort in Israel müssen noch weitere Auflagen erfüllt sein – zum Beispiel die Zeremonie des Ma'asers, bei dem ein bestimmter Prozentsatz des hergestellten Weines verworfen wird als Symbol des Zehnts, der in biblischer Zeit an Leviten und Kohanim ging; und auch die Schmitta (das Schabbatjahr) muss eingehalten werden: „Sechs Jahre kannst du in deinem Land säen und die Ernte einbringen; im siebten sollst du es brach liegen lassen und nicht bestellen. Die Armen in deinem Volk sollen davon essen, den Rest mögen die Tiere des Feldes fressen. Das gleiche sollst du mit deinem Weinberg und deinen Ölbäumen tun“ Exodus, Kapitel 23, Verse 10-11. Um Schäden in der Ruhezeit zu vermeiden, wird der Weinberg dann gern für ein Jahr (der Form halber) an einen Nicht-Juden verkauft, der in dieser Zeit die Pflege der Reben übernimmt. Quelle: Österreichisches Jüdisches Museum, Eisenstadt PB20130627

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