Korkgeschmack

 Häufiger Fehlton im Wein, ca. 5 Prozent AusfallDer mit Abstand häufigste Übeltäter für den Korkton ist die chemische Verbindung 2-4-6-Trichloranisol (TCA). Der Grundstoff Trichlorphenol kann während des Herstellungsprozesses der Korken entstehen, z. B. bei der Lagerung der Korkeichenrinde auf feuchtem Boden etc. Zur Säuberung und Desinfektion der Rinden werden diese auch heute oft noch in so genanntem chlorhaltigem Javelwasser gekocht. Als Produkt bei diesem Prozess entsteht die Verbindung TCP. Diese kann von überlebenden oder frisch aufgenommenen Mikroorganismen in das sehr geruchswirksame TCA umgewandelt werden. Dieser Prozess kann beim Transport, bei der Lagerung unter feuchten Bedingungen oder erst beim Kontakt zwischen Korkverschluss und Wein ablaufen, was dann den üblen Geruch/Geschmack ausmacht.  Zum Vergleich: Die Menge von ein bis zwei Stücken TCA in der Größe von Würfelzucker reicht aus, um den Bodensee muffig zu machen. Manchmal wird der „Korkton“ aber auch verwechselt, denn es gibt eine große Anzahl von chemischen Verbindungen, die ähnliche Gerüche und Geschmäcker im Wein produzieren können. Ein Beispiel: In einem untersuchten Fall war Tribromanisol als Verursacher ermittelt worden. Der Stoff kam nicht aus den Verschlüssen (es waren Schraubverschlüsse), sondern aus Paletten und Kartonagen, die mit bromhaltiger Holzimprägnierung bzw. Feuer hemmenden Zusätzen behandelt wurden und in unmittelbarer Nähe der Flaschen lagerten, so dass der gasförmige Stoff in den Wein gelangen konnte. PB20130627

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