Kopferziehung

 Alte Reberziehungsform ohne Unterstützung Charakteristisch für die Kopferziehung ist ein relativ niedriger, frei stehender, nach oben zu einem Kopf verdickter Stamm. Bei der Kopferziehung gibt es keine mehrjährigen Seitenarme bzw. Kordons, sondern nur jedes Jahr auf kurze Zapfen zurückgeschnittenes einjähriges Holz, aus dem buschartig die Fruchtruten wachsen. Von dieser Erziehungsform gab es mehrere Varianten, teils mit Holzpfählen als Unterstützung. Die klassische Kopferziehung war früher in Österreich und Deutschland z. B. in Württemberg und Unterfranken üblich, sie ist aber u. a. wegen ihrer Untauglichkeit für die maschinelle Bearbeitung nach und nach verschwunden. Ähnliche Erziehungsformen gibt es heute noch verstärkt in mediterranen Ländern, in Italien heißen sie Alberello (Bäumchen), in Frankreich Gobelet (Becher). Seit längerer Zeit gibt es die Idee eines so genannten wundarmen Kopfschnittes, eine moderne Form mit horizontal ausgeprägtem Kopf, der sich ca. 20 cm unter einem Bindedraht befinden soll. Der Stock wird dafür schon als junge Pfropfrebe vorbereitet; ab dem vierten Jahr bleibt ein jeweils neuer, vom Kopf ausgehender Arm aus einjährigem Holz und ein kurzer Zapfen mit einem Auge stehen. Ziel ist es, unnötige Angriffsflächen für Pilzbefall (Esca) zu vermeiden.PB20130712

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