Klima

 Summe der Einflüsse aus meteorologisch und geografisch bedingten Ereignissen in Bezug auf einen Ort Das ist ein bisschen umständlich ausgedrückt und ist auch nur eine von mehreren Definitionen, was Klima genau bedeutet - was das Thema Wein anbelangt, meint man in der Regel leicht verkürzend das jährlich ungefähr wiederkehrende Zusammen- und Wechselspiel von Temperaturen, Windaktivität und Niederschlägen in Abhängigkeit der auslösenden Faktoren (Sonneneinstrahlung, Erdrotation und vieles mehr) für eine bestimmte Zone oder ein geografisch etwas weiter abgegrenztes Gebiet.Weinbau ist auf unserem Planeten in ganz bestimmten Zonen wirtschaftlich sinnvoll bzw. möglich; was die Südhalbkugel betrifft, liegt dieser Streifen etwa zwischen dem 30. und 40. Breitengrad, die Nordhalbkugel - insbesondere Nordwesteuropa - profitiert von warmen Meeresströmungen (Golfstrom), die Weinbau mit teils herausragenden Ergebnissen noch etwa bis zum 50. Breitengrad zulassen - was ein gutes Beispiel für einen geografisch bedingten Einfluss auf das Klima ist. Ohne den Golfstrom hätten wir in unseren Breiten also ein wesentlich raueres Klima (siehe z. B. Kanada), was für den Wein- und Obstbau ungeeignet wäre; die in Deutschland zur Verfügung stehende Sonneneinstrahlung allein reicht dafür nicht aus. Die Rebe braucht ein Jahresmittel von mindestens 9 °C, um vernünftig zu gedeihen; es braucht zudem eine Mindesttemperatur im Boden und Luft für den Austrieb, rund 14 bis 15 °C für eine gute Blüte und noch einmal etwa 18 °C während der Reifeperiode in der zweiten Sommerhälfte. Die Angabe der Breitengrade ist also nur ein grober Anhaltspunkt; sinnvoller ist es, die Zonen anhand von Isothermen (Linien gleicher Temperatur) einzugrenzen. Das Klima innerhalb der Wein-EU ist je nach Lage und Breitengrad auch noch einmal ziemlich unterschiedlich, weshalb die einzelnen Anbaugebiete teils länderübergreifend aus Wettbewerbsgründen noch einmal in Weinbauzonen unterteilt sind (siehe dort), was sich z. B. auf kellertechnische Maßnahmen wie Chaptalisierung oder Säuerung (bis 2002 auch Bewässerung) auswirkt. Je enger man ein Gebiet fasst, desto kleiner werden in der Regel auch die klimatischen Unterschiede zur Nachbarregion, von einigen extremen Beispielen einmal abgesehen - und nach und nach beginnt dann die Regentschaft des so genannten Terroirs (siehe dort).Dass sich das Klima weltweit seit einiger Zeit nicht nur aus naturgegeben Gründen verändert (wie seit Entstehung der Erdatmosphäre immer wieder), sondern wesentlich auch vom Menschen zu verantworten ist, braucht man nicht zu diskutieren - es ist Fakt! Inwieweit diese Veränderung den Weinbau betrifft kann grob abgeschätzt werden. Man nimmt an, dass in den nächsten 50 bis 75 Jahren die Durchschnittstemperatur in Deutschland um etwa 2 bis 4 °C steigen wird, womit fast mediterrane Verhältnisse erreicht werden. Ob der Riesling dann noch seine aus unseren manchmal betont kühlen Klimaverhältnissen heraus entwickelten, höchst positiven Eigenschaften halten kann, ist eher fraglich. Inwieweit der Weinbau selbst zum Klimawandel beiträgt, siehe unter dem Stichwort CO2-Footprint. PB20130625   

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