klassifikation, klassifizierung

 Einteilung von Weinbergslagen nach Güte Die Klassifizierung von Weinbergslagen steckt in Deutschland im Verhältnis zu Frankreich noch in den Kinderschuhen. Während im Bordeaux bereits1855 eine Klassifizierung von Châteaux stattfand und im Burgund 1935 alle relevanten Lagen nach Qualität eingestuft wurden, ist in Deutschland seit Anfang der 80er-Jahre vor allem die Organisation VDP.Die Prädikatsweingüter bemüht, eine dort VDP-Klassifikation genannte Einteilung hiesiger Lagen nach zu erwartender Qualität der Weine zu etablieren. Zwar gibt es historische Landkarten mit alten, auf Erfahrung aufbauenden Einteilungen einzelner Lagen nach Qualität - eine sehr detaillierte Karte existiert z. B. für den Rheingau aus dem Jahr 1867, wo Lagen in die drei Stufen Klasse I, Klasse II und Klasse III für den Standard unterteilt wurden. Eingang in Weingesetze haben solche Einstufungen bei uns jedoch nicht gefunden, im Gegenteil: Mit der umfassenden Erneuerung der Weingesetzgebung aus dem Jahr 1971 mit dem Schwerpunkt auf der Qualität nach Mostgewichten (Prädikate) hat die Qualitätseinstufung nach Lagen - auch im Bewusstsein der Verbraucher - stark an Bedeutung verloren. Die Klassifikation des VDP basiert auf einem Vierstufenmodell und lässt sich als Qualitätspyramide darstellen. Die Basis dieser Pyramide sind die VDP.Gutsweine, mithin Weine aus allen zum Weingut gehörenden Lagen. Es folgen die VDP.Ortsweine, die von den lokalen Weinbergen, dem jeweiligen Ort zugehörig, stammen und strengeren Regeln unterliegen. Darüber steht die so genannte VDP.Erste Lage - das sind ... erstklassige Weinberge mit eigenständigem Charakter in denen optimale Wachstumsbedingungen herrschen und nachweislich über lange Zeit Weine mit nachhaltig hoher Qualität erzeugt wurden und schließlich die VDP.Große Lage - ... hochwertigste, parzellengenau abgegrenzte Terroirs, in denen Weine mit ganz besonderem Charakter reifen, die ihre Herkunft widerspiegeln und ein besonderes Reifepotenzial besitzen, wie es jeweils der VDP selbst formuliert. Während die erste noch von Weinhändlern betriebene Klassifizierung der Châteaux des Medoc noch auf die über einen langen Zeitraum hinweg erzielten Preise aufgebaut war (und bis heute fast identisch Bestand hat), wurde später im Burgund die Qualität des Terroirs amtlicherseits identifiziert und klassifiziert. Zwar nicht an der Amtlichkeit, aber am Terroir haben sich in Deutschland auch der VDP oder regionale Vereine wie der Bernkasteller Ring an der Mosel orientiert. Nähere Informationen zu klassifizierten Lagen finden sich auf den Webseiten der klassifizierenden Verbände. PB20130703

Zurück