Kellerschimmel

 Dicker grau-grün-schwärzlicher Belag an Kellerwänden und Gebinden Dem besonders in Kellern mit einer relativen Luftfeuchtigkeit von über 85 Prozent vorkommenden, geruchlosen Schimmelpilz (Kellerkatze, Kellertuch etc.) wird von Winzern eine irgendwie klimaregulierende Wirkung zugeschrieben (der gute Schimmel), was aber von Wissenschaftlern, jedenfalls in dem oft beschriebenen Ausmaß, eher bezweifelt wird. Dennoch könnte er, zumindest was die Luftfeuchtigkeit anbelangt, eine gewisse Ausgleichswirkung haben. Der Pilz wird deshalb an den Kellerwänden geduldet, auf Holzfässern hat er dagegen nichts verloren und auch die einschlägigen Hygieneverordnungen sehen ihn nicht wirklich vor. Immerhin scheint der Kellerschimmel - im Gegensatz zu vielen anderen Schimmelpilzen - an der Produktion von TCA (Auslöser für den so genannten Korkton) in der Kellerluft nicht beteiligt zu sein.Nahrung erhält der Pilz von flüchtigen Ausscheidungen des Weins, weshalb er auch auf Oberflächen siedelt, die keine Nährböden darstellen. Der wissenschaftlich Gladosporium cellare (neuerdings wieder Zasmidium cellare) genannte Schimmelpilz lässt sich auch gern auf Korken im Flaschenlager nieder, was aber keine geschmackliche Beeinträchtigung zur Folge hat. PB20130701

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