Kellermeister

 Traditioneller Weinberuf, zuständig für den Weinausbau Der Beruf des Kellermeisters ist mit dem Auftreten der manchmal als Oenologen, manchmal auch als Weinmacher (flying winemaker) bezeichneten Spezialisten in den 80er-Jahren etwas in den Hintergrund getreten, zumindest was die internationale Reputation gegenüber manchen Weinjournalisten betrifft. Während man bei den vorgenannten Berufsbezeichnungen nicht immer so genau weiß, was derjenige eigentlich gelernt hat, lässt sich das bei einem echten Kellermeister sehr leicht sagen. Wer einen Ausbildungsberuf als Weinküfer oder Weinhandelsküfer abgeschlossen hat, kann zumindest in Deutschland, wie in vielen anderen Handwerksberufen auch, nach einigen Jahren Arbeitserfahrung und Absolvieren einer entsprechenden Meisterschule die Meisterprüfung ablegen. Derjenige ist dann befähigt, als Führungskraft im Keller alle relevanten Arbeiten zu veranlassen, zu überwachen und natürlich bei Bedarf auch selbst auszuführen. In den letzten Jahrzehnten hat allerdings die Ausbildung zum Weinbautechniker bzw. das Studium zum Weinbauingenieur oder gar zum Dipl.-Oenologen immer mehr zugenommen, was das klassische Berufsbild des Kellermeisters - auch in Ermangelung von gelernten Nachwuchskräften - zusätzlich etwas zurückgedrängt hat.Dort, wo es ihn noch gibt, hat er - auch abhängig von der Betriebsart und Betriebsgröße - jedenfalls sehr verantwortungsvolle Aufgaben zu erledigen. Der Kellermeister steht zumindest bis zum Abschluss der Lese immer im Kontakt mit dem für den Außenbereich zuständigen Winzermeister oder einem Mitarbeiter mit vergleichbarer Funktion und kann dadurch einen gewissen Einfluss auf die Auswahl und Qualität des Lesegutes nehmen. Mit der Anlieferung der Trauben in der Kelter beginnt dann sein eigentlicher Verantwortungsbereich und geht über alle klassischen Schritte der Weinbereitung bis zur Abfüllung und Flaschenlagerung. Auf dieser Seite gibt es dann schon sehr früh die Überschneidung mit dem Vertrieb und dem Marketing, denn von dort kommen Wünsche und Anregungen, die sich wiederum am Markt orientieren.Der Kellermeister ist in der Regel auch der Verantwortliche für eine einwandfreie Kellerbuchführung, die sämtliche Mengen, Maßnahmen und Mittel im Zuge des Weinausbaus für jeden Jahrgang gesondert erfasst. Allein schon diese enorm wichtige Aufgabe unterscheidet ihn beträchtlich von den einst in Australien geborenen fliegenden Weinmachern, die von Weingut zu Weingut, manchmal sogar von Kontinent zu Kontinent jetten und mal hier und mal dort einen (manchmal sogar wirklich guten) Rat abgeben, ansonsten aber im wahrsten Sinne des Wortes eher abgehoben sind. Was die früher oft missbrauchte Bezeichnung Oenologe anbelangt, muss man unterscheiden: Steht ein Dipl. davor, dann ist er echt, nennt er sich einfach nur Oenologe, dann wird es schon seinen Grund haben ... PB20130624

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