Kalifornien

 Zentrum des US-amerikanischen Weinbaus Die Anfänge des kalifornischen Weinbaus gehen zurück bis zum Ende des 18. Jahrhunderts, als Reben aus Mexiko die Grundlage für die erste Weinproduktion bildeten. Es dominierte die Rebsorte Mission, von der man heute annimmt, sie könnte mit der auf Sardinien heimischen Monica zumindest verwandt, wenn nicht identisch sein. Die amerikanischen Wildreben hatte man hingegen schon früh wegen ihres unangenehmen Fox-Tons (siehe dort) als Keltersorten verworfen. Mitte des 19. Jahrhunderts entstanden dann im gemäßigten Klima der Gegend um San Francisco die bis heute zentralen Weinbaugebiete Sonoma Valley und etwas später das Napa Valley. Einen Rückschlag erhielt der gesamte amerikanische Weinbau durch die Prohibition (1919 bis 1933), in deren Zug über 2.000 Weingüter schließen mussten. Ab den 70er-Jahren begann der kalifornische Weinbau dann nach und nach bis zu seiner heutigen Bedeutung als eines der wichtigsten Weinbauregion der Welt aufzusteigen. Heute bestehen in Kalifornien über 1.000 Weinbaubetriebe, die auf einer Fläche von rund  225.000 Hektar eine Menge von etwa 21 Mio. Hektoliter Wein produzieren; dazu kommt noch einmal eine Fläche von rund 140.000 Hektar, auf der Tafeltrauben wachsen. Damit hat Kalifornien einen Anteil von ca. 90 Prozent an der gesamten US-amerikanischen Weinproduktion. Allerdings sind die Größenunterschiede bei den Betrieben enorm, was folgende Zahlen belegen: 90 Prozent der gesamten Weinproduktion wird von lediglich 25 sehr großen Weingütern erbracht! Die Verteilung der Weinproduktion nach Rot und Weiß liegt bei etwa 60 zu 40, wobei Cabernet Sauvignon, Merlot, Chardonnay und Zinfandel die dominierenden Rebsorten darstellen, einigermaßen verbreitet sind auch Pinot Noir und French Colombard. Zugelassen ist allerdings eine Reihe weiterer Sorten, die hauptsächlich in Frankreich, Italien und teils auch in Deutschland beheimatet sind. Bei europäischen Weinfreunden ist die Haltung bezüglich der oft recht teuren Weine Kaliforniens eher uneinheitlich. Die einen schwärmen von den mächtigen Rotweinen aus dem Barrique, die bei Blindverkostungen bisweilen vor den besten und bekanntesten Bordelaiser Châteaux landen sollen, die anderen bemängeln den enormen technischen Aufwand in den Weinbergen und die (dort) erlaubten, allerdings aus hiesiger Sicht manchmal fragwürdigen oenologischen Maßnahmen der Weinmacher, die teilweise in Europa (meist in Frankreich), aber auch an der berühmten, als äußerst innovativ geltenden, kalifornischen Weinuniversität in Davis ausgebildet werden (siehe auch unter ABC). PB20130629 

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