Jahrgang

 Das Jahr in dem die Trauben für einen Wein gereift sind Der Jahrgang ist bei uns, anders als in den warmen Weinbauregionen Südeuropas oder in Überseeländern, eine sehr bedeutende Größe für die Qualität eines Weines. Der starke Einfluss entsteht durch die oft recht unstete Wetterlage, die Kälte und Regen manchmal ebenso zur Unzeit bringt wie Trockenheit und hohe Temperaturen, aber eben oft auch genau umgekehrt, also zum geeigneten Zeitpunkt. Je nachdem, wie sich solche Ereignisse über die Vegetationsperiode verteilen, spricht man von guten oder weniger guten Jahrgängen. Diese Einschätzungen kann man noch etwas weiter abgestuft (aber immer mit Vorsicht zu genießen) in diversen Jahrgangstabellen (siehe dort) nachlesen.Weine, die zum schnellen Genuss produziert werden, sind oft weniger von Jahrgangsschwankungen betroffen als solche, die vor dem Hintergrund einer langsamen Reife vinifiziert werden. Ein jugendlich-frischer und fruchtiger Weiß- oder auch Rotwein überzeugt deshalb meist auch in weniger guten Jahren, während man für besonders alterungsfähige (Rot-)Weine mit Struktur und Tiefe schon ideale Voraussetzungen bezüglich des Witterungsverlaufes braucht. Nicht selten kann ein sehr guter Herbst einen verunglückten Sommer aber noch ausgleichen, ein Verrieseln während der Blüte im Juni durch schlechtes Wetter kann sogar von Vorteil sein, wenn dadurch eine mögliche Qualitätssteigerung bei hinnehmbarer Ertragseinbuße herauskommt. Auf den Etiketten Deutscher Weine muss übrigens grundsätzlich kein Jahrgang angegeben werden. Wenn ein Jahrgang vermerkt ist, was allerdings recht häufig vorkommt, müssen - unter Beachtung der Regeln für die Verwendung von Süßreserve - mindestens 85 % der für den Wein verarbeiteten Trauben aus diesem Jahrgang stammen.  PB20130618

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