Humus

 Gesamtheit der toten organischen Substanzen im oberen BodenHumus entsteht unter ständiger Aktivität von Bodenorganismen, die die abgestorbenen pflanzlichen Stoffe chemisch umwandeln. Die Umwandlung kann je nach Beschaffenheit der Stoffe zwischen wenigen Wochen und vielen Jahrhunderten und länger dauern. Der Oberbegriff Humus lässt sich nach seiner Zusammensetzung in verschiedene Humusformen unterteilen. Eine weitere Einteilung wird nach Humusarten vorgenommen, sie orientiert sich an der Funktion des Humus. Schließlich wird die Humusschicht noch in drei verschiedene Bodenhorizonte nach dem Gehalt an noch intakten Pflanzenresten gegliedert (von oben nach unten abnehmend). Eine intakte Humusschicht hat für den Weinbau eine große Bedeutung. So bildet der Humus zusammen mit Tonpartikeln eine krümelige Struktur, die der Auflockerung des Bodens dient. Die stabilen Krümel schützen bei großer Nässe vor Verschlämmung, was die Aufnahme- und Speicherfähigkeit des Bodens für Wasser und den Gasaustausch fördert und gleichzeitig Verdichtungen vorbeugt. Die dunkle Färbung des Humusbodens erhöht die Wärmespeicherung, was sich zum Beispiel positiv auf das Leben im Boden auswirkt. Für die Rebe äußerst wichtige Nährstoffe wie Stickstoff, Phosphor und Kalium werden beim Abbau des Humus freigesetzt und somit pflanzenverfügbar. Gleichzeitig können die Humuskrümel mit ihrer negativen elektrischen Ladung Nährstoffe wie Calcium und Magnesium eine gewisse Zeit speichern und vor zu schneller Auswaschung schützen. Die biologische Aktivität im Humus durch die leicht abbaubaren Substanzen befördert durch die bessere Verfügbarkeit von Wasser und Nährstoffen direkt die Assimilationsleistung und stellt damit eine wesentliche Voraussetzung für höhere Zuckereinlagerungen und die Bildung wertvoller Weininhaltsstoffe dar. Allerdings ist ein Zuviel an Humus, zum Beispiel durch den Einsatz zu großer Mengen an Humusdünger, wieder ungünstig, weil damit die Nitratbelastung der Böden und des Grundwassers steigen kann. PB20130609

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