Horizontalpressen

 Horizontal ausgerichtete Weinpressen unterschiedlicher Bauart Im Gegensatz zu den vertikal ausgerichteten Pressen traditioneller Bauart, die, wie zum Beispiel Baumpressen, in jeder Hinsicht mit der Schwerkraft gearbeitet haben, ist eine Horizontalpresse (daher der Name) waagrecht ausgerichtet. Es gibt ältere, kontinuierlich arbeitende Horizontalpressen, die mit unterschiedlich angeordneten mechanischen Spindeln und Presstellern arbeiten, die allerdings eine größere Belastung für das Traubengut darstellen, viel Trub produzieren und deswegen immer mehr zurückgedrängt werden. Ihr Vorteil ist heute allenfalls noch ein relativ günstiger Preis. Als modernste Geräte beim Traubenkeltern gelten heute diskontinuierlich arbeitende, pneumatische Horizontalpressen. Entgegen einer horizontalen Spindelpresse ist bei pneumatischen Pressen der Presskorb beim Druckaufbau in Ruhe. Bei einfacheren Konstruktionen drückt eine Membran die Maische gegen die Wandöffnungen der Trommel, aus denen der Most über Saftkanäle ablaufen kann. Eine verbesserte Konstruktion bewirkt, dass zwei Membranen die Maische fast komplett umschließen und von außen nach innen arbeiten. Durch die große Druckfläche wird für etwa 75 Prozent der Safterzeugung nur ein sehr geringer Druck von zunächst 0,2 bis 0,3 bar benötigt, für den Rest kommt die Presse mit einem immer noch recht schonenden Druck von etwa 1,2 bar aus. Diese Methode produziert sehr wenig Schwebstoffe, der Maischekuchen wirkt dabei zusätzlich als Filter, was Moste mit weniger Trub und Gerbstoffen ergibt. Im Hinblick auf die Reintönigkeit der Weine ist auch die verhältnismäßig leicht durchzuführende Reinigung solcher Pressen einschließlich ihrer (am besten stehenden) Saftkanäle ein nicht zu unterschätzender Vorteil.PB20130611 

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