gutedel, weißer

 Weiße schweizerisch-deutsch-französische Rebsorte Gutedel ist eine sehr alte Rebsorte, über deren Herkunft noch Unklarheit herrscht. Man nahm zunächst an, dass sie evtl. aus Ägypten oder Vorderasien stammen könnte, DNA-Untersuchungen legen dagegen eher eine Herkunft aus dem Gebiet der heutigen Schweiz nahe. Der Reifezeitpunkt des Gutedels gilt als Referenz dafür, ob eine Rebsorte früh-, mittel- oder spätreifend ist. Die Weine werden meist trocken ausgebaut, sind angenehm süffig und eignen sich damit sehr gut als Schoppenwein bzw. Viertele. Als bekannteste der über 100 Synonyme für den Weißen Gutedel gelten Fendant und Chasselas. Der Löwenanteil der in Deutschland mit Gutedel bestockten Fläche (ca. 1.100 Hektar) findet sich in Baden, genauer im Markgräflerland. In der Schweiz macht die Sorte gar die Hälfte der gesamten Rebfläche aus (4.000 Hektar), auch im Elsass sind größere Flächen bestockt. Als schmackhafte Tafeltraube wird der Gutedel auch in anderen Ländern auf deutlich größeren Flächen kultiviert. Weißer Gutedel dient bis heute öfter zu Züchtungszwecken; so ist er zum Beispiel am Muskat-Ottonel (selektiert aus einem Sämling) und anderen Sorten beteiligt, die allerdings allesamt zumindest keinen durchschlagenden Erfolg hatten. Die Mutterschaft an der Huxelrebe hat sich, entgegen den Züchterangaben, bei den betreffenden Untersuchungen nicht bestätigt. PB20130603

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