Goudron

 Französisch für Teer(geschmack) Bei festlichen Weinproben versucht man, je nach Publikum, im Zuge der Weinansprache möglichst positive Begriffe zu verwenden bzw. mit der gewählten Begrifflichkeit die Teilnehmer nicht unnötig zu verschrecken. Bisweilen ist es notwendig, bestimmte, durchaus positive Charakteristiken herauszustellen. Vor allem bei gereiften Nebbioloweinen wie Barolo oder Barbaresco, aber auch in Weinen manch anderer Rebsorte (manchmal sogar in allerdings eher alten Weißweinen) taucht oft ein Aroma auf, dass bei schlichter Betrachtung an Teer erinnert, was für den Ungeübten eine eher negative Assoziation darstellen würde. Wenn aber von Goudron die Rede ist, weiß erstens kaum jemand, was das genau ist und zweitens klingt es französisch-elegant, was nur gut sein kann. Dass es sich um Teer handelt, ist - nachgereicht - dann halb so schlimm. Nicht zu verwechseln ist Goudron mit dem Teerton, der von Brettanomyces-Hefen produziert wird und einen veritablen Weinfehler darstellt (siehe unter Brett). Dieser Teerton gemahnt mehr an tierische Aromen. Mehreren Untersuchungen zufolge könnten jedoch die phenolischen Verbindungen, die den noch angenehmen Goudron-Geschmack hervorbringen, bei unsauberem Arbeiten im Keller eine Grundlage für die Weiterverarbeitung durch die Brett-Hefen zu dem unangenehmen Weinfehler Brett sein. PB20130602

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