Gewürzaromen

 Aromen im Wein, die an Gewürze erinnernEs gibt eine Reihe von Aromen, die wir aus der Küche kennen und sich manchmal auch in Weinen wiederfinden z. B Anis, Vanille, Nelke, Zimt, Muskat, Pfeffer, Paprika, Lorbeer auch Rosenwasser etc. Ob das eine oder andere Gewürz oder auch mehrere auf einmal wahrnehmbar sind, hängt von der Rebsorte, evtl. vom Standort, sicher aber auch vom Ausbau und dem Reifezustand eines Weins ab. Was von vorn herein ziemlich klar ist, sind Gewürzeindrücke, die Rebsorten per se mitbringen. Zum Beispiel Cabernet Sauvignon mit seiner charakteristischen Paprika-Pfeffer-Nase oder der Gelbe Muskateller, der eindeutig nach Muskat duftet und schmeckt oder der Gewürztraminer, dem die Anmutung von zartem Rosenwasser eignet. Woher kommen diese Aromen (siehe auch dort)? Meist bringen die Rebsorten nur die Vorstufen von bestimmten Verbindungen mit, die sich dann im Zuge der alkoholischen Gärung z. B. mit dem entstehenden Ethylalkohol zu Aromastoffen wie Ester oder Terpenen entwickeln. Andere Gewürzaromen, oder vielmehr Anklänge daran, können auch durch den Einsatz von Barriques entstehen wie beispielsweise Vanille, was auf ein etwas schwächeres Toasting der Barrique-Innenwände hindeutet. Zimt und Nelke (bei Rotweinen) stammen meist ebenfalls aus dem Barrique. Bisweilen entsteht ein gewürzähnlicher Eindruck auch aus der Summe verschiedener anderer Aromen besonders dann, wenn wir mental ein wenig nachhelfen. Wer nämlich für Saucen, Suppen oder Fleischgerichte gern zu Lorbeerblättern greift, dem wird es zum Beispiel bei Weinen der Rebsorte Grenache unter bestimmten Umständen leichter fallen, diese herauszuschmecken. In den meisten Aromarädern nehmen die Gewürzaromen einen bedeutenden Raum ein, der für Rot wie für Weiß in der Regel zwischen den Bereichen vegetativ und nussig bis karamellisiert angesiedelt wird.PB20130527

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