geschützte Ursprungsbezeichnung (g.U.)

 In Deutschland und Österreich neue Bezeichnung für QualitätsweinFür Lebensmittel ganz allgemein bedeutet g.U. (auf Etiketten als Abkürzung aber nicht erlaubt), dass die Erzeugung, Verarbeitung und Herstellung in einem konkreten Gebiet nach einem anerkannten, festgelegten Verfahren stattfinden muss. Für Wein ist die Neuregelung (ab 2012) ein Schritt, das traditionell an Oechslegraden orientierte deutsche Qualitätssystem an das herkunftsbezogene System bedeutender Weinbauländer wie Frankreich und Italien heranzuführen. In einem Kommentar des Deutschen Weininstituts zum aktuellen Weinrecht (§ 39a Geographische Bezeichnungen mit EU-Schutz) heißt es dazu sinngemäß, dass mit der neu eingeführten Regelung die Umsetzung der EU-Bestimmungen über geschützte Ursprungsbezeichnungen im Rahmen eines integralen Konzeptes erfolge. Dies bedeute die Eingliederung des deutschen Qualitätsweinsystems in das EU-System der g.g.A (siehe dort) und g.U. und die Einbindung neuer g.g.A./g.U. in das bestehende deutsche Qualitätsweinsystem. Oder, wie es der Deutsche Weinbauverband (ebenfalls sinngemäß) etwas klarer ausdrückt: Bisher mussten oder konnten Weine einer bestimmten Qualität eine bestimmte Herkunft nachweisen, zukünftig müssten Weine einer bestimmten Herkunft eine bestimmte Qualität nachweisen. Wir unterscheiden in Zukunft also zwischen Weinen ohne Herkunftsbezeichnung (Wein, Deutscher Wein = ehem. Tafelwein) und mit Herkunftsbezeichnung, also g.g.A. und g.U. Sicher ist allerdings auch, dass die deutschen Weine ihre traditionellen Bezeichnungen beibehalten dürfen und die 13 deutschen Anbaugebiete als geschützte Herkunftsbezeichnung bereits anerkannt sind. Es wird also voraussichtlich alles beim Alten bleiben, jedenfalls weitgehend. In den anderen EU-Ländern hat die Einführung teilweise zu Neuordnungen geführt, so gibt es in Frankreich nun kein AOC-Siegel mehr, es heißt jetzt AOP. Italien hat neben der neuen Bezeichnung sein DOC- und DOCG-System beibehalten.PB20130526

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