Geschein

 Blütenstand (Fruchtansatz) der RebeJeder Mensch kennt die Früchte der Reben: saftige Beeren, die in vollen Trauben von den Fruchttrieben herabhängen. Die Blüten hingegen, aus denen die Trauben hervorgehen, sind ziemlich unscheinbar, so dass viele Menschen die gelblich, grün und weiß schimmernden Blütenstände (die Gescheine) oft gar nicht als blühend wahrnehmen. Die Gescheine entwickeln sich in der Regel an den ersten (unteren) Knoten der Fruchtriebe, weiter oben bilden sich (sinnvollerweise) die physiologisch mit den Gescheinen verwandten Ranken zum Klettern.    Je nach Temperaturverlauf etwa 6 bis 8 Wochen nach dem Austrieb, also Anfang bis Mitte Juni beginnt in der Regel die Weinblüte. Die Blüten selbst (zumindest die von den meisten Rebsorten) müssen dabei gar nicht besonders auffallen, weil sie nicht von Insekten bestäubt werden. Bei der Weinblüte platzen kleine Schutzkappen auf, die die Fruchtknoten in den Staubgefäßen freilegen – die Rebe bestäubt sich dabei selbst.  Weinreben bilden als Gescheine in Wahrheit keine Trauben aus (nur umgangssprachlich!), sondern Rispen; der wesentliche Unterschied: Rispen sind reich verzweigt, bilden also aus Verzweigungen wieder neue Verzweigungen; Trauben hingegen haben eine Sprossachse, von der aus sich die meist regelmäßig angeordneten Verzweigungen nicht weiter verzweigen. PB20130525   

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