gemischter Satz

 Mehrere Rebsorten, die gemeinsam in einem Weinberg stehenStreng genommen schließt der Begriff auch die gemeinsame Lese und Verarbeitung des Lesegutes ein; heute ist der gemischte Satz bei uns jedoch nicht mehr angesagt. Früher allerdings war z. B. in Baden der gemeinsame Anbau von Grauburgunder und Spätburgunder in einem Weinberg durchaus üblich, weshalb noch heute ein Badisch Rotgold zur Wahrung der Tradition aus genau diesen beiden Sorten bestehen muss. Auf dem Etikett ausweisen dürfen den gemischten Satz aber nur die Österreicher, warum, ist unklar. Ein klassischer gemischter Satz war früher der Anbau und Ausbau von Chianti, als die von Barone Ricasoli im 19. Jahrhundert gefundene Formel vier verschiedene Sorten, nämlich Sangiovese und Canaiolo als rote und Trebbiano und Malvasia als weiße, vorschrieb. Die vier Rebsorten standen alle gemischt in einem Weinberg. Als später der weiße Anteil zurückging (heute ganz verboten), pfropfte man mancherorts kurzerhand Sangiovese auf die weißen Sorten, womit für die pragmatischen Winzer die Sache erledigt war. PB20130524

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