Geiztrieb

Nebentrieb aus den Blattachseln seitlich des HauptaugesDass die Rebe überhaupt austreibt, verdankt sie der Aktivität ihrer Phytohormone, die einen z. B. von Licht oder einer bestimmten Temperatur ausgelösten Reiz weiterleiten. Der Reiz kann zum Beispiel die Botschaft "Austrieb" haben. Die so genannte Apikaldominanz (das Streben der Pflanze nach oben) verhindert zunächst alle (evtl.) unerwünschten Seitenaustriebe. Die Apikaldominanz wird durch ein Phytohormon (Auxin) gesteuert, das in der Triebspitze produziert und in die Pflanze verteilt wird; je weiter jedoch die Triebspitze von einem Knoten entfernt ist, desto geringer ist die Wirkung des Hormons, weshalb am unteren Teil eines Triebes Geiztriebe leichter wachsen können. Fehlt die Produktion von Auxin komplett, zum Beispiel nach dem Gipfeln (Schnitt der Triebspitzen), treiben die Geiztriebe sehr sicher aus, was zugleich von einem anderen Phytohormon, dem Cytokinin, begünstigt wird. Früher wurden Geiztriebe als besonders kraftraubend angesehen und ausgebrochen; inzwischen lässt man sie eher stehen, weil sie mit ihrem Blattgrün zur Assimilation beitragen.PB20130524

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