Franken

Weinanbaugebiet am Main mit Zentrum Würzburg Das alte Anbaugebiet Franken wird 770 n. Chr. erstmals erwähnt, auch Karl der Große war natürlich beteiligt, denn er schenkte nur kurze Zeit später der Benediktiner-Abtei Fulda das königliche Gut in Hammelburg. Fortan entwickelte sich der Weinbau kräftig, vom 13. bis ins 16. Jahrhundert wuchs Franken zum damals größten zusammenhängenden Weinbaugebiet Europas auf über 40.000 Hektar Fläche an. Nachdem der Dreißigjährige Krieg fast alles wieder zunichte gemacht hatte, waren im 18. Jahrhundert aber schon wieder 16.000 Hektar bestockt, Frankenwein war Mode und zur Sicherung der Qualität trat nun das Wahrzeichen des fränkischen Weinbaus, der Bocksbeutel, in Erscheinung, in den bis heute ausschließlich Qualitätswein (und aufwärts) gefüllt werden darf. Im folgenden Jahrhundert geht die Fläche aber wieder um ein Drittel zurück, was mit der Auflösung der Klöster und der Favorisierung zuerst manch französischer, später auch Tropfen aus der Pfalz zu tun hatte. Mehltau, Reblaus und die Auswirkungen zweier Weltkriege haben den Bestand bis 1960 auf magere 2.400 Hektar reduziert; seit den 60er-Jahren des 20. Jahrhunderts geht es jedoch mit allgemeinen Fördermaßnahmen und Flurbereinigung wieder steil nach oben. Das heutige Weinbaugebiet Franken müsste eigentlich "Unterfranken" heißen, denn weite Teile der etwas über 6.000 Hektar großen Rebfläche (im Ertrag) liegen in diesem Bezirk. Das Anbaugebiet ist aufgeteilt in die drei Bereiche "Maindreieck (rund 350 ha)", "Mainviereck" (ca. 4.200 ha) und "Steigerwald" etwa (1.500 ha). Die kalkhaltigen Böden Unterfrankens eignen sich besonders für Weißweine der dort vorherrschenden Sorten Silvaner, Müller-Thurgau, Riesling und Bacchus. Bei den Roten finden sich Qualitätsinseln für Spätburgunder (z. B. Bürgstadt), recht beliebt ist aber auch die Rebsorte Domina, deren Weine gleichwohl manchmal geschmacklich etwas indifferent wirken; Silvaner - in der Regel trocken - ist jedoch der unumstrittene König und darf in seinen Spitzen getrost zu den international besten Weißweinen gezählt werden.  In Franken gibt es eine Reihe von herausragenden Weinlagen (26 Großlagen mit 263 Einzellagen), beispielhaft der Würzburger Stein, Iphöfer Kronsberg, Homburger Kallmuth, Escherndorfer Lump oder Randersackerer Pfülben - jedenfalls ist es kein Wunder, dass hier die Mitglieder des VDP-Regionalverbandes allesamt in Zukunft auf die Füllung von Prädikatsweinen verzichten wollen und zwar zugunsten der Bezeichnungen ihrer vom VDP entwickelten ortsbezogenen Qualitätspyramide. Die statistischen Zahlen für Unterfranken (2011): Rund 4.450 Betriebe produzierten etwa 373.500 hl Wein auf etwa 6.000 ha, das meiste davon Prädikatswein (ca. 74 %), Qualitätswein (ca. 25 %) und Landwein (ca. 1 %). Acht Erzeugergemeinschaften, darunter die übermächtige GWF in Kitzingen, belegen mit ca. 3.450 Mitgliedern etwas mehr als ein Drittel der Gesamtrebfläche. Ein Vorurteil lässt sich mit folgenden Zahlen widerlegen: Nur 17 % aller abgefüllten Weine sind tatsächlich "fränkisch trocken" (bis 4 g/l RZ). 45 % sind trockene Weine (in dem Fall zwischen 4 und 9 g/l) und immerhin 31 % sind halbtrocken, 7 % lieblich.  PB20130517 siehe auch: Weinbaugebiete in Deutschland

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