Färbertrauben

Gruppe farbintensiver Rebsorten, deren Weine der Farbverbesserung eher blasserer Rotweine dienenDie auf Französisch als Teinturier bezeichneten Rebsorten enthalten in den Schalen der Beeren, im Gegensatz zu den üblichen roten Rebsorten, auch im Fruchtfleisch eine große Menge an roten Farbstoffen (Anthocyanidin-3-Glucoside), die sie als so genannte Decksorten prädestinieren. Dabei werden farbärmere Weine zur Farbaufbesserung meist mit einem Anteil von bis zu 5 % mit den tiefdunklen Weinen verschnitten; was im Übrigen auf dem Etikett nicht ausgewiesen werden muss, solange der Anteil unter 15 % bleibt. Für sortenreine Weine eignen sich die Rebsorten wegen ihrer teils übermäßigen Dichte nicht besonders, ihnen fehlt in der Regel neben rein geschmacklichen Komponenten auch Eleganz und Ausgewogenheit.In Deutschland sind vor allem Sorten wie Deckrot, Dunkelfelder oder Dakapo im Einsatz, in Italien ist Colorino sehr beliebt, in Frankreich z. B. Gamay de Bouze und andere, besonders die Neuzüchtung Alicante Henri Bouschet, die auch international erfolgreich eingesetzt wird. Bei vielen Decksorten (wie der zuletzt genannten) wurde die französische Teinturier du Cher in verschiedene Generationen eingekreuzt, weil sich diese als Ur-Sorte der Färbertrauben (übrigens unbekannter Herkunft) schon seit rund 350 Jahren mit ihrer Deckfunktion bewährt hat. Ihr deutsches Synonym ist deshalb auch "Färbertraube" (im Singular).PB20150408 

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