Etikett

Meistens ein Aufkleber z. B. auf Flaschen für vorgeschriebene bzw. erlaubte AngabenDas Weinetikett muss nicht aus Papier sein, aber es muss einen bestimmten Raum als Hauptetikett abgrenzen; es hat dabei zwei wesentliche Aufgaben zu erfüllen, die sich teilweise widersprechen: Erstens ist das Etikett Träger aller vorgeschriebenen Angaben (zum größten Teil das Hauptetikett), zweitens dient es dem vermarktenden Betrieb als Werbefläche (zusätzlich evtl. ein Rückenetikett, das auch als Hauptetikett fungieren kann, oder eine Halsschleife). Früher galt noch das strenge Verbotsprinzip, wonach alles verboten war, was nicht ausdrücklich erlaubt wurde; heute, genauer seit 2003, ist dieses Prinzip insofern minimal aufgeweicht worden, als nun nur noch verboten ist, was zur Täuschung oder Irreführung geeignet ist - zur Not müssen das Gerichte klären. Grundsätzlich wird im Weingesetz unterschieden zwischen obligatorischen Angaben, die vom Gesetzgeber zwingend vorgeschrieben sind, fakultativen Angaben, die unter bestimmten Voraussetzungen zulässig sind (EU- und nationales Recht) und anderen fakultativen Angaben, die zwar nicht festgelegt wurden, aber zumindest wahr sein müssen.Vorgeschriebene (obligatorische) Angaben bei Qualitäts- und Landwein: Qualitätsstufe "Deutscher Qualitätswein" oder "Qualitätswein" (ggf. mit Prädikat) / Anbaugebiet oder Landweingebiet / Flascheninhalt (Nennvolumen) / Name des Abfüllers mit Standort / AP-Nummer / Loskennzeichnung (meist in der AP-Nummer enthalten) / vorhandener Alkoholgehalt in % Vol. / ggf. Allergenkennzeichnungen (Hinweise auf Schwefel, Ei, Milch), auch als Piktogramm / ggf. Rosé oder Rotling. Die Schriftgröße des Nennvolumens hängt von der Flaschengröße ab: bis 50 ml muss die Schrift mindestens 2 mm hoch sein, zwischen 50 und 200 ml mind. 3 mm, zwischen 200 und 1.000 ml mind. 4 mm, über 1.000 mind. 6 mm. Die Schriftgröße der Alkoholangabe hängt ebenfalls von der Flaschengröße ab: bis 200 ml mind. 2 mm, 200 bis 1.000 ml mind. 3 mm, über 1.000 ml mind. 5 mm. Namen und Angaben zum Abfüller müssen nur noch in einer bestimmten Schriftgröße gehalten sein, wenn dessen Name oder Anschrift aus einer geschützten Ursprungsbezeichnung oder aus einer geographischen Angabe besteht bzw. eine solche enthält. In diesem Fall dürfen sie nur halb so groß sein, wie die Herkunftsangabe. Erlaubte (fakultative) Angaben bei Qualitätswein:"Geschütze Ursprungsbezeichnung" (mit Logo) / engere geografische Angaben (bis Einzellage) / eine oder mehrere Rebsorten (Liste der erlaubten und verbotenen Bezeichnungen) / Jahrgang / ggf. Markennamen / Geschmacksrichtung (z. B. "trocken") / konkretisierter Hinweis auf den Betrieb (Erzeugerabfüllung etc., Liste erlaubter Bezeichnungen mit Voraussetzungen) / Prämierungen / EU-Verpackungszeichen "e" / Bio-Wein oder Öko-Wein (inkl. Bio-Logo) / Verarbeitungshinweise Barrique: "im Barrique gegoren" / "ausgebaut" / "gereift" / Verarbeitungshinweise Holzfass: (entsprechend Barrique) / für "Classic", "Selection", "Riesling Hochgewächs" und "Erstes Gewächs" gibt es zusätzliche Regelungen (siehe dort)Andere fakultative Angaben:Analysedaten (z. B. Zucker und Säure) / beschreibende Aussagen (z. B. fruchtig, frisch, harmonisch) / Empfehlungen (Lagerung, Trinktemperatur, Speisen etc.) / Angaben zum Betrieb (Geschichte etc.) / Terroir-Hinweise / LieferantenhinweisePB20130429 

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