Esca

Unter Beteiligung mehrerer Schadpilze hervorgerufene RebkrankheitDie schon seit der Antike bekannte Rebkrankheit ist durch ihr verstärktes Auftreten in Europa in den letzten 30 Jahren immer mehr in den Fokus der Weinbaubranche gerückt, eine Verwandtschaft mit der Schwarzfleckenkrankheit wird vermutet. Esca kann sich schleichend über mehrere Jahre entwickeln oder spontan auftreten, zu sehen ist aber immer eine Gelb- bis Braunverfärbung der Interkostalfelder der Blätter meist im Juli, was rasch zu deren Absterben führt; auf den Beeren sind braune bis blau-schwarze Punkte zu sehen. Oft sind dunkle, zäh wie Gummi wirkende Ausscheidungen an den befallenen Holzteilen zu beobachten, im Längsschnitt des oberen Stammbereichs zeigt das Holz Anzeichen von Verfall und erinnert, zum noch gesunden Holz abgegrenzt durch braun-schwarze Bereiche, an Zunder, wonach die Krankheit aus dem Lateinischen Esca = Zunder auch benannt wurde; noch weiter zurückgehend wird in manchen Quellen das griechische Yska = verfaultes Holz als Namensgeber erwähnt, was sich jedenfalls nicht gegenseitig ausschließt.Als Schaderreger gelten in erster Linie die Pilzarten Fomitiporia mediterranea, Phaeomoniella chlamydospora und abgeschwächt Phaeoacremonium aleophilum. Die Pilzsporen bilden sich an den Oberflächen der Pflanzen und dringen über Verletzungen der Rinde in die Rebe ein. Je früher der Rebschnitt stattfindet, desto länger bleiben Schnittwunden geöffnet, weshalb sich Esca bei im Dezember geschnittenen Reben öfters findet. Die Ausbreitung der Krankheit geht vermutlich von dem zersetzten Holz aus, woraus der Pilz nach außen dringt und neue Fruchtkörper bildet; auch eine Übertragung aus Edelreisern ist möglich.Als Maßnahmen gegen die Ausbreitung von Esca werden meist später Rebschnitt genannt, das schnelle Entfernen und Verbrennen befallener Stöcke bzw. der Neuaufbau eines nur mäßig befallenen Stockes oberhalb der Veredelungsstelle. Methoden die Krankheit direkt zu bekämpfen, sind nicht bekannt. Besonders anfällig sind allem Anschein nach Anlagen mit alten Reben; gleichwohl gibt es ähnliche Erscheinungen auch bei Junganlagen, die als Vorstufe von Esca betrachtet werden und "Young Esca" oder "Petri desease" genannt werden.PB20150104 

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