Erstes Gewächs

Exklusive Rheingauer Lagen-Klassifizierung Als Erstes Gewächs können sich nur Qualitätsweine aus klassifizierten Rheingauer Lagen bezeichnen, die darüber hinaus gewisse Grundkriterien erfüllen müssen, die allerdings über die ansonsten üblichen Bedingungen für Qualitätsweine deutlich hinausgehen. Hervorgegangen ist die Idee des Ersten Gewächses aus der Vereinigung der „Charta-Weine“, die bereits 1984 besondere Regeln für ihre Mitglieder veröffentlicht hatte. Erlaubt sind ausschließlich die Rebsorten Spätburgunder und Riesling. Die Weine müssen Erzeuger- oder Gutsabfüllungen sein, es dürfen höchstens 6 Trauben am Stock gereift sein (Ertrag max. 50 hl/ha), sie müssen (grob) im trockenen Geschmacksbereich liegen (Riesling max. 13 g/l Zucker, Spätburgunder 6 g/l Zucker). Sie erhalten nicht vor Mai des auf die Lese folgenden Jahres eine sensorische Prüfung, eine Vermarktung ist für Riesling erst ab dem folgenden September möglich, für Spätburgunder noch ein ganzes Jahr später. Von den Weinen, die aus den klassifizierten Flächen stammen, erfüllt allerdings nur ein kleiner Teil (rund drei Prozent) die Bedingungen vollumfänglich, weshalb Erste Gewächse fast als Rarität zu bezeichnen sind.Die Bezeichnungen Erstes Gewächs und Großes Gewächs, was wiederum die (laut Weingesetz aber noch nicht erlaubte) Bezeichnung des VDP für Weine mit ähnlichen Voraussetzungen aus den anderen Anbaugebieten ist, unterscheiden sich insofern, als Erstes Gewächs bereits 1999 exklusiv für den Rheingau als gesetzlich gültige Klassifizierung eingeführt wurde; fachlich abgesichert wurde die Klassifizierung der einzelnen Lagen federführend von der Geisenheimer Forschungsanstalt, die von den insgesamt 123 offiziellen Lagen (3.200 ha) zunächst 79 ausgewählt hat, deren Flächen aber nur teilweise die Forderungen erfüllen – nur Weine aus diesen dann noch einmal eng abgegrenzten Parzellen dürfen Erstes Gewächs heißen.  PB20130428 

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