Einzellage

Engste Herkunftsbezeichnung im deutschen Weinrecht (zusammen mit Ortsnamen) Die Einzellage hat in Deutschland durchaus eine lange Tradition, ist aber bis heute immer wieder Mittelpunkt weinmarketingtechnischer Überlegungen - und das hat seinen Grund: Während die Franzosen die Qualität ihrer Weine ausschließlich über eine geografisch eng umgrenzte Fläche definieren (bis hinunter zur Einzellage), haben die Deutschen weit vor ihren Lagenbezeichnungen die Prädikate, orientiert an Oechslegraden. Nun wird dieses System mit der Reform des EU-Weinrechts seit 2009 bei uns zwar etwas aufgeweicht, die Herkunft wird aber längst nicht nachhaltig als Qualitätskriterium etabliert. Die Bestrebungen innerhalb des Verbandes der deutschen Prädikatsweingüter, auf Prädikate zugunsten einer neuen Qualitätspyramide mit Top-Einzellagen an der Spitze zu verzichten, hat sich bis jetzt noch nicht durchgesetzt, auch wenn die VDP-Mitglieder aus Franken jetzt Ernst machen (wollen). Die Krux liegt in Wahrheit an dem Mangel, Einzellagen zuverlässig und ohne Zurückstellung von berechtigten Interessen als hochwertig einzustufen, vergleichbar den Grand Crus in Frankreich. Gleichwohl gibt es in Deutschland eine Vielzahl von Einzellagen, die hervorragende, als individuell erkennbare Tropfen hervorbringen - nicht alle so berühmte wie der Erbacher Marcobrunn im Rheingau oder die Wehlener Sonnenuhr von der Mosel, aber oft genug genauso gut. Einen Überblick über einige gute Einzellagen im Remstal finden Sie unter dem Stichwort "Einzellagen der Remstalkellerei".In den Anbaugebieten von Rheinland-Pflaz (Mosel, Ahr, Nahe, Mittelrhein, Rheinhessen und Pfalz) müssen Weine, die auf dem Etikett eine Lage ausweisen ab dem 1. August 2014 einen natürlichen Mindestalkoholgehalt entsprechend der Prädikatsstufe "Kabinett" aufweisen.PB20130423 

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