Edelstahl

Wichtiges Material im Weinkeller (z. B. für Tanks)Edelstahl ist ein Material, das aus einem Weinkeller heute kaum noch wegzudenken ist - sei es für Leitungen, Hähne, Tanks oder an Maschinen. Die Geschichte des Edelstahls ist allerdings deutlich älter, für den Weinbau wurde das Material erst nach dem zweiten Weltkrieg interessant. Die Staatliche Lehr- und Versuchsanstalt für Wein- und Obstbau in Weinsberg begann zwar bereits 1937 mit der Lagerung von Traubensaft und 1946 auch mit der Vergärung von Most und der Lagerung von Wein in Stahlbehältern, jedoch konnten erst 1954 mit dem Einsatz eines Chrom-Nickel-Edelstahls die Korrosionsprobleme in den Griff gebracht werden. Anfang der 60er-Jahre bestätigten dann konkrete Untersuchungen die absolute Neutralität und zusammen mit der Korrosions- und Lebensmittelsäurefestigkeit die uneingeschränkte Eignung des Materials für den Weinausbau – mit entsprechender Vorsicht beim Umgang mit Schwefel. 90 % der Lager- und Ausbaukapazität (Tankraum) wird heute in der deutschen Weinbranche durch Edelstahl abgedeckt. Der Stahl, der im Lebensmittelbereich am häufigsten auch für Rohrleitungen oder Geräte eingesetzt wird, trägt die Werkstoff-Nummer 1.4301 (auch bekannt unter dem Namen V2A-Stahl). Neben seiner Eignung u. a. für den Weinausbau ist er gut form- und schweißbar. Für eine besondere Widerstandsfähigkeit gegenüber höheren Schwefelkonzentrationen, wie sie beispielsweise beim Verbrennen von Schwefelschnitten oder intensivem Stummschwefeln von Süßreserve auftreten können, eignen sich molybdänhaltige Edelstähle (V4A). Den ersten nicht rostenden Stahl hatte 1908 die Firma Krupp versuchsweise für den Schiffsbau entwickelt; die ersten Versuche mit nicht rostendem Stahl, der mit V2A vergleichbar ist, wurden 1912 unternommen.PB20130510 

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