Düngung

Zusätzliche Versorgung der Reben mit NährstoffenDa es sich beim Ertragsweinbau um eine Monokultur ersten Ranges handelt, kommen die Reben nicht ohne zusätzliche Gaben von Nährstoffen aus. Die Art dieser Nährstoffe, die Mengen und auch die Methoden zur Ausbringung unterscheiden sich teilweise beträchtlich, je nachdem, ob es sich um ökologischen oder konventionellen Weinbau handelt. Neben der Bodendüngung sind auch die Blattdüngung und die Betrachtung des Nährstoffhaushaltes durch Boden- und Zeilenbegrünung von Bedeutung.Die von den zuständigen Behörden herausgegebenen Düngeempfehlungen geben davon unabhängig einen groben Überblick, was und in welchen Mengen zu welchem Zeitpunkt gedüngt werden sollte (Düngung nach "guter fachlicher Praxis"). Der Nährstoffaustrag entsteht im Ertragsweinbau hauptsächlich durch Auswaschungen und die Entnahme der Trauben, dem muss bei allen Düngemaßnahmen Rechnung getragen werden. Zur Ermittlung der Gaben von Phosphat, Kalium,  Magnesium, Kalk und Bor muss in regelmäßigen Abständen (möglichst alle drei bis vier Jahre) eine Bodenuntersuchung durchgeführt werden. Durch die Einteilung der Analysewerte in Gehaltsklassen kann für die Böden der jeweilige Bedarf aus Tabellen abgelesen werden. Für die Ermittlung des Stickstoffbedarfs kann man entweder Berechnungs- und Schätzverfahren anwenden oder auch Bodenuntersuchungen bzw. die Übernahme von Ergebnissen vergleichbarer Flächen. Der erfahrene Winzer wird sowohl einen Mangel wie einen Überschuss an Stickstoffen bereits an entsprechenden Beobachtungen ablesen können. Ein Mangel kann vorliegen bei schwachem Wuchs bzw. der Ausbildung schwacher, heller Triebe; wenn die Farbe älterer Blätter ins Hell- bis Gelbgrüne geht, meist mit rötlichen Blattstielen und bei einer insgesamt frühen Herbstverfärbung; bei geringem Ertrag z. B. durch ungewöhnlich kleine, lockere Trauben, aber spätestens bei Gärstörungen, wenn zu wenig hefeverfügbarer Stickstoff vorliegt. Die notwendigen Düngemaßnahmen für N sollten Mitte Mai rechtzeitig vor der Blüte abgeschlossen sein.Auch ein Zuviel z. B. durch Überdüngung von N ist möglich: Dann zeigt sich übermäßiges Triebwachstum mit ungewöhnlich dunkelgrünen Blättern, vermehrtes Verrieseln, geringere Holzreife, Anfälligkeit gegen Stiellähme und Botrytis, bisweilen sind auch Nitratauswaschungen zu beobachten.PB20130510 

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