Devrient, Ludwig

Schauspieler, gilt als (unfreiwilliger) Erfinder des Wortes "Sekt"Es wird dem damals berühmt-berüchtigten Darsteller der Shakespeare-Figur Falstaff, Ludwig Devrient, nachgesagt, er hätte jeden Abend in seiner Berliner Stammkneipe nach seinen Auftritten Champagner gebechert, so hieß früher aller Schaumwein, egal woher er kam. Allerdings muss er an einem Oktoberabend des Jahres 1825 seine Bestellung leicht variiert und mit einem Shakespeare-Zitat verknüpft haben, das etwa „…bring er mir Sekt, Bube! Ist keine Tugend mehr auf Erden?“ lautete. Der Kellner hatte wohl nicht so gut aufgepasst und Devrient den üblichen Schaumwein gebracht; der Hintergrund: Falstaff verlangt in Heinrich IV. eindringlich nach „Sack“, von den Engländern aus Sec (wegen "trocken") oder Seco o. ä. entnommen und zwar für Sherry (obwohl schon damals oft nicht wirklich trocken!). Jedenfalls hatte sich das Wort „Sack“ zu dieser Zeit im Deutschen mittels Lautverschiebung bereits in „Sekt“ verwandelt, gemeint war aber immer Sherry. Die pompös-missverständliche Bestellung des Herrn Devrient muss sich in einschlägigen Kreisen herumgesprochen haben, so dass das Wort „Sekt“ als Alternative zu „Champagner“ immer geläufiger wurde. So richtig eingeschlagen hat „Sekt“ aber erst mit dem Verbot der Bezeichnung „Champagner“ für deutschen Schaumwein im Versailler Vertrag von 1919.PB20130508 

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