Dekanter, dekantieren

a) Karaffe, in den ein Wein zum Abtrennen des Depots gefüllt wirdWer in einem guten Restaurant einen älteren, gut gereiften Rotwein bestellt, wird meist Zeuge einer fast rituell anmutenden Handlung, nämlich des Umfüllens des Weines, oft über einer brennenden Kerze als Lichtquelle, in ein anderes Gefäß. Das Dekantieren dient der Abtrennung des Weines von seinem Depot, den festen Rückständen, die sich im Laufe der Reifung abgesetzt haben. Der Kerzenschein wird genutzt, um zu erkennen, wann das Depot in den Flaschenhals gelangt. Fachleute wählen zum Dekantieren übrigens gerne anstelle eines Dekanters eine zweite Flasche, da ältere Weine bei allzu viel Sauerstoffkontakt schlagartig "umkippen" können.Das Dekantieren wird oft mit dem Karaffieren verwechselt. Dieses wird angewendet, um einen noch jüngeren, gerbstoffbetonten Rotwein durch das Umfüllen in eine unten möglichst breite Karaffe (die auch ein Dekanter sein kann) mit viel Sauerstoff in Kontakt zu bringen. Die dadurch ausgelösten oxidativen Reaktionen der enthaltenen Gerbstoffe machen den Wein nach recht kurzer Zeit weicher und geschmeidiger.b) Gerät zum Entsaften (kontinuierliche Traubenverarbeitung)Ein Dekanter ist ein Gerät, das statt einer Traubenpresse die Trennung von Feststoffen und Saft aufgrund von Fliehkräften innerhalb der Maschine bewirkt (rotierende Trommel); ein gängiger Dekanter erreicht Drehzahlen bis zu 4.500 Umdrehungen pro Minute. Dabei wird gleichzeitig eine (Vor-)Klärung des Mostes herbeigeführt, der Abtransport der Feststoffe wird durch eine Förderschnecke erledigt. Ein besonderer Vorteil ist die kurze Verweilzeit der Maische in der Anlage, was Oxidationsvorgänge im Zug der Verarbeitung stark reduziert. Ein Nachteil kann die vergleichsweise hohe Belastung der Maische durch die zuführende Pumpe und durch die Fliehkräfte sein. PB20130409 

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