Cool Climate

Für einen z. B. in Deutschland oft bevorzugten (Weiß-)Weinstil geeignete KlimaverhältnisseCool Climate ist ein klassischer Anglizismus. Man könnte ohne Gesichtsverlust auch einfach "kühles Klima" sagen, aber gut. Gemeint sind zunächst einmal die Klimaverhältnisse, die natürlicherweise in den nördlicheren Weinbaugebieten Europas wie z. B. Deutschland herrschen. Inzwischen schaffen sich auch Weinbaunationen, die in den klassischen Weinbaulagen eigentlich wärmeres Klima haben, wie z. B. Australien, Südafrika oder Chile, solche Zonen, indem sie den Weinbau in höher gelegene oder auch kühlere Küstenregionen verlagern, was einen ähnlichen Effekt haben kann.Charakteristisch für eine Cool Climate Area, also eine Zone mit kühlem Klima, sind ein spürbarer Unterschied zwischen Tag- und Nachttemperaturen und ausgeprägte Jahreszeiten, durchaus mit Frost im Winter und höheren (Tages-)Temperaturen im Sommer, einem eher milderen Herbst und übers Jahr verteilt mit nicht übermäßig vielen Niederschlägen. Vor allem die Temperaturunterschiede tragen zu einer lebendigeren Säurestruktur bei und ergeben bei Weinen aus geeigneten, meist weißen Rebsorten wie Riesling, aber auch Silvaner oder Sauvignon Blanc u. a. angenehm säurebetonte, frische, fruchtige und oft auch spürbar aromatische Weine.Wer wissen möchte, wie ein Rotwein aus einer kühlen Klimazone schmeckt, der sollte einmal ausnahmsweise nicht nach Württemberg fahren, was diesbezüglich schon fast im Grenzbereich liegt, sondern nach Unterfranken oder an die Ahr und dort einen jüngeren Spätburgunder probieren - das kann durchaus reizvoll sein.PB20150331 

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