Cognac

Berühmter französischer Weinbrand mit HerkunftsschutzAls erstes: Der berühmte Cognac ist zwar nach seiner Herstellungsart und seinem Typus ein lupenreiner Weinbrand, für viele Menschen sogar einer der besten seiner Art, nach der einschlägigen EU-Verordnung 110/2008 gilt er aber als Branntwein - es ist anzunehmen, dass diese Konfusion "begriffsfiskalischen" Überlegungen geschuldet ist, weshalb wir darauf nicht weiter eingehen müssen.Vor und auch noch im ersten Weltkrieg war es in Deutschland auch im Handel üblich, Cognac (meist als Kognak geschrieben ) als Synonym für irgendeinen Weinbrand zu benutzen, was aber 1920 im Versailler Vertrag untersagt wurde - gleichwohl ist es bis heute in der deutschen Umgangssprache erhalten geblieben, weshalb der Mann von Welt im Restaurant gern einen Cognac bestellt, aber dann meist doch einen Mariacron oder o. Ä. erhält.Der Weinbrand/Branntwein Cognac ist benannt nach der Stadt Cognac im französischen Département Charente, nicht weit entfernt von der Atlantikküste etwas nördlich von Bordeaux. Das Handwerk oder vielmehr die Kunst des Weinbrennens wird hier bereits seit mehr als 400 Jahren ausgeübt. Für die Grundweine werden ausschließlich weiße Rebsorten verwendet (zu ca. 90 % Ugni Blanc, Colombard und Folle Blanche und eine Reihe weiterer, eher selten eingehender Sorten), die in einer der sechs seit 1930 klassifizierten Regionen angebaut werden müssen, diese heißen in qualitativ absteigender Folge und - aus der Sicht der Stadt Cognac - grob von innen nach außen verlaufend: Grande Champagne, Petite Champagne, Borderies, Fins Bois, Bons Bois, Bois ordinaires et communs.Der aus den Trauben gekelterte Wein ist säurebetont, leicht (ca. 8 % Vol., manchmal auch mehr) und praktisch nicht trinkbar. Er muss schon bald in maximal 30 hl fassenden, traditionell aber viel kleineren Brennblasen zweimal destilliert werden, weil der Brennvorgang laut Gesetz noch im März abgeschlossen sein muss. Das Mittelstück des zweiten Brennvorgangs hat einen Alkoholgehalt von 60 bis maximal 72 % Vol. Dieses Destillat (der Feinbrand) erfährt erst durch Lagerung in Barriquefässern seinen je nach Dauer charakteristischen Geschmack und die goldbraune Färbung.Wie lange ein Cognac im Fass reift, hängt meist von der Herkunft der Trauben ab. Bei den einfacheren Herkünften sind oft weniger als 4 Jahre üblich, bei den höher klassifizierten deutlich mehr. Die bekannten Bezeichnungen für die einzelnen Qualitätsabstufungen orientieren sich an der vorgeschriebenen Mindestlagerzeit im Fass und dabei am Alter des jüngsten Verschnittes. Zu beachten ist, dass viele bekannte Hersteller viel ältere Cognacs anbieten, die teilweise weit über 100 Jahre und mehr auf dem Buckel haben: V.S. = 2 Jahre; V.S.O.P., Vieux, V.O., Réserve = 4 Jahre; Napoléon, Extra, Hors d‘âge, Royal, Très Vieux, Vieille Réserve = 6 Jahre; XO = 6 Jahre, ab 2016 angehoben auf 10 Jahre.PB20150330 

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