Branntwein

Überbegriff für durch Brennen aus Wein hergestellte SpirituosenBei der Abgrenzung der Begriffe Branntwein und Weinbrand kommt es immer wieder zu Irritationen. Das mag daran liegen, dass im Jahr 1922 Branntwein im Zuge des Gesetzes zur Besteuerung von Branntweinen quasi zum Synonym von Spirituose wurde. Seit dem Jahr 2008 gilt eine neue EU-Verordnung 110/2008, die zunächst den Oberbegriff Spirituose festlegt als alkoholisches Getränk mit mindestens 15 % Vol., das u. a. durch Destillieren vergorener Erzeugnisse hergestellt wird. Darüber hinaus gelten viele weitere Regeln, die jedoch zur Abgrenzung des Begriffs "Branntwein" nicht von Bedeutung sind. In dieser Verordnung steht Branntwein nicht mehr wie früher - und heute noch in verwirrender Weise in den Begriffen "Branntweinsteuer" und "Branntweinmonopol" (entfällt ab 2018) enthalten - als Synonym für Spirituose sondern als Untergliederung in seiner ursprünglichen Wortbedeutung. Branntwein ist eine Spirituose, die ausschließlich durch Destillation zu weniger als 86 % Vol. von Wein oder Brennwein oder durch erneute Destillation eines Weindestillats zu weniger als 86 % Vol. gewonnen wird, einen Gehalt an flüchtigen Bestandteilen von mindestens 125 g/hl und einen Höchstgehalt an Methanol von 200 g/hl aufweist, bei einem Mindestalkoholgehalt von 37,5 % Vol., der Zusatz von Alkohol ist unzulässig. Branntwein darf nicht aromatisiert werden (was traditionelle Herstellungsverfahren nicht ausschließt), Zuckerkulör darf zur Abrundung der Farbe verwendet werden. Weinbrand bzw. Brandy sind demnach direkte Unterkategorien von Branntwein.PB20150329 

Zurück