brandig

Weinbeschreibung - negativer, leicht brennender Geruch bzw. Geschmack durch zu viel bzw. schlecht eingebundenen AlkoholWenn ein Wein als brandig bezeichnet wird ist immer Ethylalkohol im Spiel und zwar in zu hoher Konzentration. Das kann natürliche Ursachen haben, wie bei manchen schweren Rotweinen aus dem Süden, wo die Sonne zwar für sehr hohe Zuckerwerte sorgt, aber die anderen Inhaltsstoffe nicht mithalten können. Solche Weine sind oft vordergründig kraftvoll, aber nach einem kurzen Moment tritt eine brennend-scharfe Note hervor, die vor allem seitlich am hinteren Teil des Gaumens als taktile Wahrnehmung (nicht als Geschmack) spürbar ist. Der Alkohol ist nicht harmonisch eingebunden - der Wein ist brandig. Einen ganz ähnlichen Effekt kennt man von Weinen - in diesem Fall auch von einheimischen Produkten - wenn die Grenzen der erlaubten Verbesserung (nachträgliche Zuckerung zur Erhöhung des Alkoholgehaltes, bei Prädikatsweinen nicht erlaubt!) ausgeschöpft wurden. Auch da mangelt es bisweilen an der Harmonie der Weininhaltsstoffe. Die Arbeit des Kellermeisters gleicht bei der auch "Chaptalisation" genannten Methode immer einer Gradwanderung: Denn es gilt zwar, den Alkohol als Geschmacks- und Volumenträger zu forcieren, aber nur so viel, dass man ihn eben nicht herausschmeckt. PB20130327 

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