Bocksbeutel

Typische Flaschenform, vorwiegend für Qualitätswein aus Franken Der fränkische Bocksbeutel hat bereits eine 250 Jahre währende Erfolgsgeschichte vorzuweisen. Um die schlecht zu stapelnde, ziemlich flach gehaltene Flaschenform ranken sich etliche Gerüchte und Geschichten, vor allem was die Herkunft des Namens und Nutzungsrechte betrifft. Das Thema „Wer darf in Bocksbeutel abfüllen?“ ist ebenfalls uralt; diese Frage gipfelte in dem so genannten Bocksbeutelstreit, als nämlich die Franken auf einem alleinigen Abfüllrecht beharren wollten, was 1989 dann endgültig (zumindest für Deutschland) gesetzlich festgelegt wurde. Neben ganz Franken und dem Bereich Tauberfranken dürfen noch die vier so genannte Rebland-Gemeinden in der Ortenau den Bocksbeutel verwenden, nämlich Neuweier, Steinbach, Umweg und Varnhalt.  Der Würzburger Bischof höchstselbst hatte dem Schlossgut Neuweier dieses Recht im 18. Jahrhundert „aus Verbundenheit“ verliehen, was später auf die anderen drei Orte erweitert wurde. Der Bocksbeutel selbst ist eine über 3.000 Jahre alte Feldflasche, deren flache Form wohl ein Wegrollen im Gelände verhindern sollte. Als Marketinginstrument trat der Bocksbeutel hervor, als um 1750 die Weine vom Würzburger Stein zur Unterscheidung und Hervorhebung der Qualität ausschließlich in diese Flaschenform gefüllt wurden. Was die Herkunft des Namens anbelangt, scheiden sich die Geister. Die drei gängigsten Versionen lauten: 1) Die Flasche hat eine dem Hoden des Ziegenbocks ähnliche Form. 2) Feldflaschen wurden früher aus der Lederhaut von Ziegenbockhoden gefertigt. 3) So genannte „Booksbüdel“ (Bücherbeutel) in geeigneter Größe wurden für das (heimliche) Tragen der Weinflaschen „missbraucht“. Dass es im Ausland etliche Weine gibt, die ebenfalls in Bocksbeutel abgefüllt werden (z. B. Mateus Rosé aus Portugal), ist ein Thema für sich.PB20130325 

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