Blatt

Organ der RebeDie Blätter der Rebe wachsen nach einer Seite aus jedem Knoten (Nodien) der jungen Triebe. Bei Zweidrittel aller Knoten bilden sich gegenüber den Blättern die Ranken (im oberen Teil) und Blütenstände (im unteren Teil).Hauptaufgabe der Blätter ist die Umsetzung von Licht in organische Stoffe (Kohlehydrate); im Zuge dieses Vorgangs findet ein Gasaustausch zwischen Kohlendioxyd und Sauerstoff statt. Unterstützt wird der "Photosynthese" genannte Vorgang im Sinne einer Kühlung durch das Verdampfen von Wasser über die Spaltöffnungen an den Blattunterseiten. Dieser Wasserverlust erzeugt außerdem einen Unterdruck, der die Rebe dazu veranlasst, über die Wurzeln neues Wasser anzusaugen und dabei wertvolle Nährstoffe aufzunehmen. Die durch die Assimilation entstandenen Kohlenhydrate (Zucker) werden über ein Transportsystem in der Pflanze an so genannte Verbraucher transportiert z. B. in Augen, Beeren und alles was wächst oder versorgt werden muss.Rebblätter sind von Sorte zu Sorte von so unterschiedlicher Form und Ausprägung, dass man mit ein wenig Kenntnis anhand der Blätter zumindest die bekannteren Rebsorten identifizieren kann. Dabei unterscheidet man zum Beispiel Farbe und Größe eines Blattes, die Lappung (meist drei- oder fünflappig), die Zahnung (z. B. gezahnt oder gesägt etc.), die Form der Stilbucht (z. B. tief oder u- oder v-förmig), die Beschaffenheit der Oberfläche (z. B. glatt oder behaart), Verlauf der Hauptbahnen etc.An den Blättern lassen sich auch Mangelerscheinungen oder Krankheiten erkennen, die sich z. B. in großflächigen, punktuellen oder abgegrenzten Verfärbungen zeigen, Pilzbefall, der z. B. als weißlicher oder andersfarbiger Belag auftritt, Verformungen wie gerollte oder gebogene Blätter, Fraßstellen oder Gelege von Schadinsekten etc.Weinblätter lassen sich übrigens hervorragend in der Küche verarbeiten, was vor allem in der Türkei, auf dem Balkan und in Griechenland Tradition hat. Dolmades - gefüllte Weinblätter - auf Türkisch mit Reis, Lammhackfleisch, Zwiebeln, Nüssen und Gewürzen gefüllt und dann eingewickelt in einer Brühe mit Wein geschmort und mit Olivenöl und Zitrone abgeschmeckt. Die Bezeichnung Dolma(des) stammt aus dem Osmanischen (alternativ auf Türkisch auch „Sarma“) und bedeutet „etwas füllen“ oder „einwickeln“.PB20130503 

Zurück