Biowein

Wein aus biologischem bzw. ökologischem Anbau und AusbauWas kaum bekannt ist: Biowein darf noch gar nicht so lange offiziell Biowein heißen, denn das ist erst durch eine Revision der diesbezüglichen Gesetze auf EU-Ebene im März 2012 ermöglicht worden. Da hat nämlich die EU-Kommission eine neue Verordnung auf den Weg gebracht, die die Weiterverarbeitung von Trauben für Bioweine im Keller regelt, was sich auch auf die korrekte Bezeichnung von Bioweinen auswirkt. Galten bisher die Hinweise „Wein aus Trauben aus ökologischem Anbau“ bzw. „Wein aus ökologisch erzeugten Trauben“ als korrekte und notwendige Angaben für die Kennzeichnung eines Bioweins, dürfen diese Varianten seit 1. August 2012 (ab der Lese) für das so genannte „Inverkehrbringen“ nicht mehr verwendet werden – es sei denn, der Wein wurde vor diesem Datum unter Erfüllung der bis dahin gültigen EU-Verordnungen produziert. Die neue Durchführungsverordnung (EU) Nr. 203/2012 bietet nun eine längst überfällige Regelung, welche Verfahren und Mittel für die Bioweinbereitung im Keller zulässig sind.Was also umgangssprachlich schon immer Biowein (etwas seltener: Ökowein) hieß, ist nun höchst offiziell erlaubt, auch in Verbindung mit dem bekannten „EU-Logo für ökologische bzw. biologische Produktion“, das zuvor wegen fehlender Weiterverarbeitungsregularien nicht verwendet werden konnte. Der deutsche Text der Verordnung benennt Biowein aber zunächst allgemein mit „biologischer Wein“ oder „ökologischer Wein“. Die neue Regelung bezieht sich im Detail vor allem auf önologische Verfahren und Behandlungen, die in Bezug auf die tatsächliche Beschaffenheit der ökologischen/biologischen Erzeugnisse irreführend sein könnten und daher ausgeschlossen sind, wie die Verordnung es sinngemäß formuliert. Dazu gehören z. B. Konzentration durch Kälte, Entschwefelung durch physikalische Verfahren, Entalkoholisierung, Elektrodialyse oder die Anwendung von Kationenaustauschern. Ähnliches gilt auch für die Verwendung oder Zugabe bestimmter Stoffe wie z. B. Schwefel (reduziert) oder Sorbinsäure (verboten). Der Neufassung dieser Verordnung ging die s. g. ORWINE-Studie voraus, die auf einer EU-weiten Befragung von Biowinzern beruht, mit dem Ziel, deren Methoden und Möglichkeiten bei der Weinbereitung auszuleuchten. Die Liste mit den zulässigen Stoffen, Mengen und Verfahren fällt bei bekannten Bioverbänden wie Bioland, Naturland oder Demeter allerdings deutlich umfangreicher aus, die für ihre Mitglieder erarbeiteten Regularien sind insgesamt strenger. Im direkten Vergleich muten die EU-Richtlinien eher wie ein Kompromiss auf niedrigem Niveau und auf der Basis von Mindestforderungen an. PB20130320 

Zurück