Barrique, Barriqueausbau

Kleine Fässer aus Eiche zum Ausbau bzw. Lagerung von Wein Barriques sind kleine Eichenholzfässer; ihr Rauminhalt beträgt je nach Herkunft 225 (Bordeaux) bis 228 Liter (Burgund, hier auch "fut" genannt). Zur Herstellung wird gern geeignetes Holz aus amerikanischer, französischer oder auch deutscher Eiche (Spessart) verwendet. Die bekanntesten Landstriche in Frankreich sind die Vogesen, das Limousin und das Allier. Gutes Barriqueholz stammt meist von der Traubeneiche, die je nach Klima einen hohen Gerbstoffgehalt liefert und besonders feinporig ist. Letzteres bewirkt eine bessere Dosierung der erwünschten Stoffe an den Wein. Eichenholz aus den Beständen des Troncais (Allier) ist für dieses "Verhalten" besonders bekannt. Die besonderen Eigenschaften eines Barriquefasses ergeben sich aber nicht nur aus dem Holz selbst, sondern auch aus dem Verhältnis des Fassvolumens zur Fläche seiner Innenwände - dies ist vor allem für den Sauerstoffaustausch interessant, was die Reifung von gerbstoffbetonten Weinen durch eine etwas beschleunigte Oxidation bewirkt. Gleichwohl verdankt das Barrique dieses günstige Verhältnis nicht einer oenologisch motivierten Strategie, sondern der schlichten Überlegung von Händlern vergangener Jahrhunderte, dass ein Hafenarbeiter ein solches Fass in leerem Zustand noch allein heben oder zumindest bewegen können musste. Herausgekommen ist dabei das Barrique mit dem bekannten Hohlmaß und einem Leergewicht von etwa 45 bis 50 Kg. Bei aller Beliebtheit des Barriques sind dem Weinausbau oder der Gärung darin doch erhebliche Grenzen gesetzt. Dies beginnt mit der Eignung bzw. Nichteignung bestimmter Rebsorten, geht über die konkrete Herkunft von Mosten und Weinen dieser Sorten und die Einflüsse durch den Jahrgangsverlauf und gipfelt bei der Kunst des Kellermeisters, all diese Parameter durch einen zeitlich dosierten Einsatz des neuen (oder gebrauchten) Barriques in die richtigen Bahnen zu lenken. Leider gelingt das nicht jedem und nicht immer - mit welchem Ergebnis konnte man vor allem in der Anfangszeit der Barrique-Mode außerhalb der klassischen Gebiete Frankreichs in den 80er-Jahren des letzten Jahrhunderts schmecken. Sowohl in Italien als auch in Deutschland wurde damals viel Lehrgeld bezahlt; und auch wenn heute die "Pionierzeit" mit ihren teilweise untrinkbaren "Holz-Vanille-Bomben" der Vergangenheit angehört, bleibt das Ergebnis des Barriqueausbaus doch meist Geschmackssache. Ein anderes Thema ist der Versuch, den Einfluss der verhältnismäßig teuren Fässer (450 bis 800 € je nach Qualität und Hersteller) durch den Einsatz kleiner Eichenholzstückchen, so genannten "Chips", nachzuahmen. Diese aus der Neuen Welt herübergeschwappte oenologische Methode ist inzwischen auch bei uns erlaubt, allerdings eingeschränkt durch bezeichnungsrechtliche Vorgaben. Solchermaßen behandelte Weine dürfen nicht mit "ausgebaut im Barrique", "im Barrique gereift" oder ähnlichen Formulierungen versehen werden. Vor allem in Australien, Neuseeland, Südafrika oder Kalifornien hat man sich bei der Deklarierung mehr oder weniger auf Begriffe wie "oaked" oder "wooded" geeinigt, verbindlich ist das aber in keinem Land, weshalb auf vielen Weinen - auch bei uns - weder ein Hinweis auf den Einsatz von Chips noch von Barriques selbst zu finden ist.PB20130318 

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