Australien

Bedeutende Weinbaunation "Down Under" Erste Rebstöcke, die sich für die Bereitung von Wein eigneten, kamen bereits Ende des 18. Jahrhunderts mit einem Gefangenentransport nach Australien. Sie stammten aus Südafrika, von der Qualität eventueller Weine ist allerdings nichts überliefert. Erst am Anfang der 1820er-Jahre hört man von Weinen, deren Qualität man heute als einigermaßen trinkbar bezeichnen würde. Es wird berichtet von einigen Weinbergen bei Sydney und auf Tasmanien und von dem Engländer Gregory Blaxland, der 1822 in London bei einem Contest eine Auszeichnung für seinen australischen Wein erhielt. Gleichzeitig verfasste ein Schotte namens James Busby einen Aufsatz zum Thema Weinbau in Australien und schaffte dann elf Jahre später fast 600 Stecklinge unterschiedlicher europäischer Reben ins Land.Ab 1843 tauchen die ersten Namen auf, die noch heute für australischen Wein schlechthin stehen: Dr. John Lindeman gründet im Hunter Valley (NSW) sein erstes Weingut, nur ein Jahr später folgt sein Kollege Dr. Christopher Rawson Penfolds, wie Lindeman Arzt aus England, mit der Gründung seines bis heute führenden Weinguts im Barossa Valley (SA). In der Folgezeit kommt es zu zahlreichen weiteren Gründungen, so dass ab Mitte des 19. Jahrhunderts ein blühender Weinexport nach Großbritannien und auch nach Frankreich entsteht. Darunter sind - wegen der starken Nachfrage aus England - auch gespritete (fortified) Weine, die schon damals hauptsächlich aus der Region Rutherglen (V) kamen.Mit dem Einfall der Reblaus in Down Under um etwa 1875 fand der Aufschwung jedoch ein schnelles Ende. Erst ab den 1950er-Jahren ging es mit dem australischen Weinbau wieder bergauf, seit den 1980er-Jahren – auch durch den Einsatz innovativer Techniken, die durch ein vergleichsweise liberales Weingesetz möglich sind – durchaus steil. Australien gehört heute zu den bedeutendsten Produzenten von Übersee- bzw. Neue-Welt-Weinen. Die bei oenologischen Verfahren und in der Anbautechnik äußerst experimentierfreudigen und dabei höchst innovativen australischen Winzer sind in den letzten 35 Jahren mit zwar hochwertigen, aber - zumindest in Europa - recht teuren Weinen sukzessive in die Weltspitze vorgedrungen.Das Klima ist über den Kontinent verteilt recht unterschiedlich, für den Weinbau kommen vor allem die relativ küstennahen Regionen im Südwesten, Süden und Südosten mit teils gemäßigten klimatischen Verhältnissen in Frage. Dabei haben sich - je nach Bedürfnis der Rebsorten oder nach angestrebtem Weintyp - spezialisierte Regionen herausgebildet, in denen die Voraussetzungen für hochklassige Produkte besonders gut sind. Die Systematik der Weinherkünfte teilt ein in insgesamt sechs Bundesstaaten, im siebten, dem Northern Territory, gibt es klimabedingt gar keinen Weinbau. Die Bundesstaaten sind in 26 Zonen mit insgesamt 72 Regionen und teilweise Unterregionen gegliedert. Geografische Schwerpunkte des Weinbaus liegen südlich von Perth (WA), um Adelaide (SA), um Melbourne (V) und entlang der südlichen Ostküste (NSW). Bekannte Namen von Zonen und dazugehörigen Regionen sind Barossa (SA) mit dem Barossa Valley und dem Eden Valley; Hunter Valley (NSW) mit Hunter bzw. Upper Hunter; North East Victoria (V) mit Rutherglen und Glenrowan; Port Phillip (V) mit Yarra Valley, South West Australia (WA) mit Margaret River etc. Eine Besonderheit ist die Insel Tasmanien südlich des Bundestaates Victoria. Das hier im Durchschnitt bereits etwas kühlere Klima mit ausgeprägten Jahreszeiten bringt sehr gute Grundweine zur Produktion von Schaumwein (Sparkling Wine), aber auch ausgezeichnete Stillweine u. a. aus Pinot Noir und Chardonnay hervorDie mit Abstand (qualitativ und quantitativ) bedeutendsten roten Rebsorten sind Shiraz (ca. 25 %), Cabernet Sauvignon (16 %), Merlot (7 %)und Pinot Noir (3 %), dazu kommt eine Reihe weiterer bekannter Sorten wie Grenache, Tempranillo oder Sangiovese etc., die aber nach Menge unbedeutend sind. Bei den Weißen stehen Chardonnay ca. (19 %), Sémillon (4 %), Sauvignon Blanc (4 %) und Riesling (3 %) an der Spitze. Die genannten Sorten haben zusammen einen Mengenanteil (Fläche) von 80 %. Zugelassen sind jedoch mehr als 140 Sorten. Das Farbenverhältnis ist etwa 40 % weiß zu 60 % rot, die Rebfläche wurde zuletzt mit etwa 175.000 Hektar angegeben (zum Vergleich: Deutschland = ca. 102.000 Hektar).PB20150322 

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