1961er

Die Menge war mit 3,57 Millionen Hektolitern, fast 54 pro Hektar, wieder mittelmäßig, und so qualifizierten manche auch die Güte des Weins. Wer etwas mehr differenzierte und abwartete, fand heraus, dass es ein harmonischer Jahrgang war, mit schöner Frucht und Reife. Das Weinwirtschaftsgesetz dieses Jahres sah die Einrichtung eines Stabilitätsfonds vor, der Qualität und Absatz des Weins fördern sollte. Er nahm im nächsten Jahr in Mainz seine Arbeit auf. Für die Absatzförderung sorgte auch die deutsche Weinkönigin - Marlies Kaiser hieß sie in diesem Jahr, ihr Heimatort Dintesheim in Rheinhessen. Den Weinkulturpreis erhielt der Schriftsteller Dr. Christoffel. Von Walter Kiaulehn erschienen die Rüdesheimer Fragmente. Nicht nur in Rüdesheim und in der Drosselgasse floss der Sekt - 56 Millionen Liter wurden in der Bundesrepublik im Jahr verbraucht, 1950 war es mit fünf Millionen weniger als ein Zehntel gewesen.Der Sozialismus östlicher Prägung hatte 1961 einen technischen Sieg und eine menschliche Niederlage zu verzeichnen: Juri Gagarin umkreiste im Raumschiff Wostok I als erster Mensch die Erde - aber unten auf der Erde machte die DDR Schluss mit der freien Bewegung; fast 200.000 Flüchtlinge hatten in diesem Jahr noch die Übergänge in Berlin genutzt, ehe am 13. August die Mauer der Freiheit einen Riegel vorschob. [Quelle: ] Württembergische Weinkönigin (1960+1961): Marianne Fingerle (später Rapp), Esslingen am Neckar

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