1960er

Alle Arten von Behältern, die sich nur irgendwie eigneten, nahmen in diesem Herbst den Weinmost auf.Vorübergehend mussten sogar Schwimmbäder die Rolle von Weintanks übernehmen: 7,43 Millionen Hektoliter - das hatte es bisher noch nicht gegeben, und auf so einen Segen waren die Betriebe nicht eingerichtet. Als misslich kam noch hinzu, dass die Menge - 115,8 Hektoliter waren es im Hektardurchschnitt - die Preise drückte, zum Teil, wie schon Anfang der Dreißiger Jahre, unter die des Bieres. Die Qualität war mäßig bis mittelmäßig, aber es wurde auch die angenehme Frische dieses Jahrgangs gerühmt. Der Weinbaukongreß fand in Bad Dürkheim statt.Aus Ungstein in der Pfalz war die Weinkönigin Christel Koch. Stefan Andres brachte sein Buch Die großen Weine Deutschlands heraus und Rudolf Kraemer-Badoni Das kleine Buch vom Wein. Ein dritter Schriftsteller bekam den Weinkulturpreis: Rudi vom Endt. Denn Amor hat, vergeßt das nicht, / beim Wein sein bestes Büchsenlicht, reimte er. Auf der politischen Bühne führte ein Mann namens Nikita Chruschtschow neue Unsitten ein, indem er im Plenum der Vereinten Nationen seinen Schuh auszog und mit ihm aufs Pult trommelte. Auf andere Weise wurde auch mit den Schuhen, mit den Füßen abgestimmt: Fast 200.000 Menschen verließen in diesem Jahr die DDR, im Vorjahr waren es 144.000 gewesen, 1958 gar 204.000 Flüchtlinge. [Quelle: ] Württembergische Weinkönigin (1960+1961): Marianne Fingerle (später Rapp), Esslingen am Neckar

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