1956er

Anfangs war der Winter so milde dahergekommen, dass sich in den Reben bereits das Frühlingserwachen geregt hatte. Aber dann gab es einen katastrophalen Kälteeinbruch, dem viele Rebkulturen zum Opfer fielen.Im Rheinland wurden im Februar minus 26 Grad gemessen. Der Rhein war eine Eiswüste aus übereinandergeschichteten Schollen. So konnten nur 930.000 Hektoliter gelesen werden, die vielen Frostschäden drückten den Durchschnittsertrag auf 15,6 je Hektar. Das Wenige war von einer nur mittleren Güte und teilweise gar so sauer, dass sich manche Winzer verführen liesen, der Qualität auf unerlaubte Weise nachzuhelfen.So machten im nächsten Jahr Weinpantscherprozesse Schlagzeilen. Das war kein erfreulicher Hintergrund für das Regierungsjahr der Weinkönigin Margret Hoffranzen aus Mehring an der Mosel. Die Landwirtschaft war weltweit noch immer die am weitesten verbreitete Erwerbsquelle, arbeiteten doch 500 Millionen der 800 Millionen Erwerbstätigen auf der Erde im landwirtschaftlichen Bereich. Es war das Jahjr des blutig niedergeschlagenen Ungarn-Aufstandes. 190.000 Menschen flüchteten daraufhin aus ihrer ungarischen Heimat in den Westen. Sorgt doch, dass ihr, die Welt verlassend, / nicht nur gut wart, sondern verlasst / eine gute Welt! Die Welt, die Bert Brecht in diesem Jahr für immer verliess, sie war nicht so. [Quelle: ] Württemberger Weinkönigin 1955-1957: Hildegard Diebold (später Rühl), Mühlhausen

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