1950er

In jenem Jahr müssen die Anbaugebiete höchst unterschiedlich vom Wetter bedacht worden sein, denn einmal hieß es enthusiastisch: Der Wein hat an Qualität alle seine Vorgänger übertroffen, dann, etwas gedämpfter: Guter Jahrgang, harmonischer Wein, und schließlich lapidar: mittelmäßig. Der durchschnittliche Hektarertrag jedenfalls war mit 65,6 Hektolitern recht hoch.Die Gesamternte betrug dennoch nicht mehr als 3,25 Millionen Hektolitern, denn die Rebfläche war unter 50.000 Hektar gesunken. In Mainz wurde der Deutsche Weinbauverband mit Sitz in Bonn gegründet. Ihm präsidierte für vierzehn Jahre Richard Graf Matuschka-Greiffenclau von Schloß Vollrads im Rheingau. Der erste Nachkriegskongreß des Verbandes tagte in Bad Kreuznach - wo er 1939 nicht mehr hatte stattfinden können. Berlin war Veranstaltungsort der ersten Weinwoche - sie wurde ein voller Erfolg.Die Deutsche Landwirtschaftsgesellschaft hatte im letzten Jahr eine DLG-Weinmarke als Auszeichnung ausprobiert, jetzt gab sie das rote Deutsche Weinsiegel heraus. Georg Scheu, Züchter der Scheurebe und anderer Rebsorten, veröffentlichte Mein Winzerbuch.Auch eine Weinkönigin gab es wieder: Maria Pütz aus dem hübschen Städtchen Saarburg. Die Kehrseite der Medaille: Zu jener Zeit gab es 150.000 chronische Alkoholiker in Westdeutschland. Politik und Wirtschaft jenes Jahres waren geprägt von den kühnen Ideen des Bundeswirtschaftsministers Erhard, der eine weitgehend freie Marktwirtschaft erstrebte.[Quelle: ]Württembergische Weinkönigin: Hildegard Seiz (später Späth), Flein

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