1946er

In allen deutschen Weinlandschaften reifte ein guter Wein mit großen Spitzen. Es war eine mittlere Ernte; Genaues wurde nicht registriert, denn die Statistik funktionierte noch nicht. Ansonsten begann sich - nicht nur auf dem Weinsektor - das Leben zu normalisieren. In Mainz wurde die Hauptkellerei Rheinhessischer Winzergenossenschaften und in Stuttgart die Landeszentralgenossenschaft Württembergischer Weingärtnergenossenschaften gegründet. Die Vereinigung der Weinkommissionäre Mosel-Saar-Ruwer, der Verband der Rheinpfälzischen Weinkommissionäre, die Vereinigung Rheinischer und die der Rheingauer Kommissionäre bildeten sich wieder. Auch die Gründung und Wiederbelebung von politischen Parteien war im Gange. Konrad Adenauer wurde Vorsitzender der CDU, Kurt Schumacher Vorsitzender der SPD. Die Besatzer waren mit dem Kriegsverbrecherprozess in Nürnberg und der Entnazifizierung beschäftigt. Privatpersonen drüben in Amerika dachten eher daran, dass den Besiegten oft das Notwendigste zum Leben fehlte, und sie schickten Care-Pakete. Die Industrie bemühte sich um einen Wiederbeginn, und immerhin wurde die Serienproduktion des VW aufgenommen. Rowohlt brachte Taschenbücher im Zeitungsrotationsdruck auf den Markt, die rororo-Bändchen, für all jene, die einen ungeheuren Nachholbedarf an Literatur, aber wenig Geld hatten. Den Nobelpreis für Literatur erhielt Hermann Hesse.[Quelle: ]

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